Das Ende eines Roadtrips

Freitag, 05.02.2016

Da sind doch glatt vier Monate ohne eine Fortsetzung des letzten Blogs vergangen ... das muss nun geändert werden und ich möchte mit diesem Blog das Reisejahr 2015 verspätet beenden und 2016 eröffnen smile Für Interessenten gibt es hier noch eine Verlinkung zum letzten Blog, um den Anschluss zu finden.

In diesem verließ ich gerade die Canyons im mittleren Westen der USA und begab mich auf den Weg nach Norden, zurück Richtung Kanada, einige kleine Highlights sollten jedoch noch auf mich warten. Zu diesem Zeitpunkt war ich nun schon fast drei Wochen mit meinem Flitzer und einer Crew von drei weiteren Personen in den Vereinigten Staaten unterwegs und habe etwas mehr als 4500 Kilometer zurückgelegt. Bisher musste ich das Auto zwei Mal reparieren oder auffrischen lassen und habe Höhen und Tiefen durchlebt, doch nichts und niemand konnte den täglichen Drang nach neuen Abenteuern verhindern.

Auf dem nun eingeschlagenen Weg nach Norden begannen wir alle damit, uns Gedanken zu machen, wie es für uns nun jeweils weiter geht im Bezug auf das Reisen. Jeder hatte andere Pläne. Ich hatte nur einen Plan. Dazu aber später mehr.
Da einige von uns mittlerweile die Chance hatten, ihre Emails zu checken, passte sich unsere Reiselänge auch deren neuen Plänen an und so versuchten wir nun etwas Zeit gut zu machen und mehr zu fahren als sonst schon. Deshalb verließen wir den Bryce Canyon und fuhren mehr als vier Stunden die Interstate 15 nach Norden Richtung Salt Lake City. Das war schon etwas ungewöhnlich, da wir sonst die großen Interstates etwas meiden wollten und das auch bestmöglich taten, nun aber so am besten voran kamen. So erreichten wir auch die Höchstgeschwindigkeit von 90 Meilen pro Stunde, in etwa 145 km/h, schneller kamen wir legal bisher nie voran und man merkt förmlich, wie den einheimischen Fahrern um uns bei dieser Geschwindigkeit einer abgeht, bei dieser Rarität. Uns wurde allerdings schnell bewusst, dass man mit 85 m/ph auch ganz sicher unterwegs ist ... ein vollbeladener und randvoll betankter Minivan entwickelt bei dieser Geschwindigkeit ein Eigenleben, das man nicht unbedingt braucht.

Die Stunden auf dem Highway waren aber dennoch sehr angenehm. Auf der kerzengeraden Strecke konnte man sich mehr auf die Welt um sich konzentrieren und die Landschaft Utah's genießen, die in der untergehenden Sonne besonders schön anzusehen ist.
Der große Salzsee kam näher und näher und wieder fragten wir uns, ob es Sinn machen würde, an dem Abend schon in die große Stadt zu fahren. Nach einiger Zeit erstreckte sich links von uns der Utah Lake und in der Stadt Provo mussten wir auftanken.

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Die Sonne war fast verschwunden und wir suchten uns noch einen Campingplatz für die Nacht. Wifi und Duschen waren inbegriffen, welch ein Luxus smile

Am nächsten Morgen gab es einen kurzen Abstecher nach Salt Lake City, in die Hauptstadt der Mormonen und des Bundesstaates Utah. Das Wetter war eher durchwachsen, von daher erlebten wir die Stadt im Schnelldurchlauf und erkundeten lediglich den Tempel der Mormonen, um einen Eindruck von den Menschen und der Religion zu bekommen.

Mormonen Tempel Salt Lake City

Gegen Nachmittag begaben wir uns wieder auf den Weg Richtung Norden, denn das Finale unserer Reise stand kurz bevor und alle waren schon ganz heiß auf eine letzte große Tour durch die Natur.
An diesem Tag sollten wir mit einem Mal wieder drei Staaten der USA betreten bzw. befahren. Gegen 17 Uhr verließen wir Utah. Wie schon einmal erwähnt, war und ist dieser Staat eine echte Bereicherung und an Schönheit kaum zu übertreffen. Sollte ich wieder einmal durch die USA reisen, wird dieser Staat mit Sicherheit wieder auf der Liste stehen.

Nun befanden wir uns aber erstmals in Idaho. Das Wetter wurde zunehmend unangenehmer, die Wolken verdunkelten sich und ein Gewitter kam uns rasch entgegen. Wir stoppten gerade an einem netten Punkt mit gutem Ausblick über den Bear Lake, als die Wolken sich über dem See öffneten und der Sturm so richtig an Fahrt aufnahm.

Bear Lake, Utah

Also schnell zurück ins Auto und weiter Richtung Wyoming. Der Highway 89 führt nur durch die südöstlichste Ecke Idahos und in kurzer Zeit erreicht man schon die Grenze zu Wyoming. In dieser Region des Landes waren zu dieser Zeit kaum Autos unterwegs und man fühlte sich wieder recht einsam, nachdem man am Vormittag noch einer Großstadt ausgesetzt war. Die Regenwolken verzogen sich und wir mussten uns langsam nach einem Unterschlupf für die Nacht umschauen. Ein etwas abschüssiger Wilderness Campground kam da sehr gelegen und umgeben von ein paar anderen Campern schlugen wir das Zelt für die Nacht auf, dicht umgeben von Bäumen, die einem einigermaßen Schutz lieferten vor der Natur.

Gute Nacht

Circa drei Wochen waren wir nun schon unterwegs und endlich war der Tag gekommen. Am folgenden Morgen ging es zeitig los, denn das Wetter sah vielversprechend aus. Nach kurzem Frühstück (Pancakes, Ahornsirup - das Übliche eben) ging es zurück auf den Asphalt und nach einigen Stunden gab es außer grüner Natur und schneebedeckten Bergen kaum noch etwas anderes zu sehen. Zunächst durften wir den Grand Teton Nationalpark bestaunen. Ich meine, dass viele Leute ihn einfach durchfahren, um schnell zum Yellowstone zu gelangen. Deshalb ist hier auch weniger Andrang, lediglich das Verkehrsaufkommen ist hoch. Nichtsdestotrotz wird dieser Nationalpark oft unterschätzt, im Gegensatz zum bekannteren Nachbarpark - ein Fehler. Wir gingen deshalb etwas vom Gas und hielten hier und dort, um die Momente und die Ausblicke genießen zu können.
Highway 191 brachte uns dann direkt zu ihm: den Yellowstone Nationalpark, 1872 gegründet und damit ältester Nationalpark der USA, sowie heutiges Weltnaturerbe. Benannt nach dem ihn durchfließenden Yellowstone River, findet man in diesem Park alles was das Naturliebhaberherz begehrt. Und so kam es, dass man bald um sich herum mehr Tiere als Menschen zu Gesicht bekam, insbesondere diese haarigen Riesen:

Unfassbar, wie viele davon entlang des Highways zu sehen waren. Die ausgewachsenen Tiere grasten oder schauten träge in der Gegend herum - was jedoch keinesfalls mit langsam und ungefährlich gleichzusetzen ist. Zwischen ihnen sprangen ihre Jungtiere umher, wir hatten also eine perfekte Jahreszeit erwischt, um sie zu beobachten. Unser Weg ins Zentrum des Parks führte entlang des Yellowstone Lake, auch hier fand man massenhaft Bisons, Hirsche, Rehe und kleinere Lebewesen.

Yellowstone Lake

Nach einem kurzen Besuch im Besucherzentrum durften wir uns auf den Weg zum ersten Marsch für diesen Park machen. Wir haben uns wieder einmal für das Campen in der Wildnis entschieden, um der Natur Willen und um zu vielen Touristen aus dem Weg zu gehen. Und glaubt mir, davon gab es hier leider reichlich. Unser Ziel hieß Grebe Lake. Es standen uns 4 Meilen, also knapp 6,5 Kilometer Fußmarsch bevor und wir hatten noch keine genaue Vorstellung, welche Beschaffenheit der Weg haben würde.

Vorher gab es noch einen kurzen Abstecher zum Yellowstone Canyon und endlich wussten und sahen wir, woher der Park seinen Namen bekam.

Yellowstone Canyon

Nun war unser Feingefühl gefragt. Die Ranger sagten uns, dass von der letzten Kreuzung nach dem Canyon auf der rechten Seite nach 12 Meilen ein parkplatzähnlicher Fleck sein soll, von wo aus unsere Wanderung zu Grebe Lake startet. Also fuhren wir nach 11 Meilen im Schneckentempo weiter, um zwischen den Bäumen auch ja den Abzweig nicht zu verpassen. Wir entschieden uns, wieder gleich am Auto zu kochen und das Essen dann einzupacken. Gesagt, getan und eine Stunde später war wieder alles Nötige im Rucksack und alles Unnötige bärensicher im Auto verstaut und wir machten uns auf den Weg. Die Sonne schien und es wurde schnell warm, darüberhinaus machte das mitgeschleppte Trinkwasser auf dem Rücken zu schaffen. Der Weg führe wortwörtlich über Stock und Stein, des Weiteren durch Staub und Matsch. Doch das größere Problem waren wohl die Mücken, die einem trotz Spray des Öfteren zu nahe kamen.
Die Bäume wurden endlich lichter und der Boden noch matschiger ... aber immerhin, der See war demnach nicht mehr weit. Und so kam es, dass wir auch bald am Ufer standen und neben uns sogar jemand saß, der seine Angel auswarf. Alle hatten nun auch Bock auf Angeln ...
Blöd war nur, dass unser ausgeschriebener Platz zum Campen auf der anderen Seite des Sees war. Warum zum Teufel braucht man da jetzt in der Wildnis noch einen festen Platz zum Campen, es ist doch Platz genug oder?! - das werden sich die meisten nun fragen. Die Erklärung gaben uns die Ranger: Per GPS wurde vorher an bestimmten Plätzen eine Art Campingplatz errichtet und mit einem kleinen Schild gekennzeichnet. Dem Besucher des Parks wird zwar die Freiheit gegeben, sich niederzulassen wo man will, aber einfach seine täglichen Geschäfte irgendwo im Park auszuüben, das gefällt den Verantwortlichen nicht. Zudem ist man auch um die Sicherheit der Camper besorgt und gibt dadurch in etwa vor, wo man zu campen hat, sodass im Notfall auch Hilfe schnell da sein kann und man die Leute nicht vergeblich tagelang sucht.
Also hieß es nun für uns: Den See umqueren. Theorie passte soweit, Praxis stellte sich aber schnell als bitch heraus. Durch vorhergehende Regenfälle und die natürlichen Eigenschaften eines Gewässers, gab es um den See herum einen Streifen von gut 30 Metern, der nur langsam von komplettem Schlamm und Sumpf in befestigtere Wiese übergingen. Nach diesen 30 Metern begann der Wald, dichter Wald. Wir hatten also keine Chance und mussten durch den Sumpf. Und wenn ich Sumpf sage, meine ich Sumpf. Wir entfernten uns vom Angler und brauchten für 50 Meter sicherlich erstmal zwanzig Minuten, weil wir uns den Weg über und unter großen, umgefallenen Baumstämmen hindurch bahnen mussten und das mit kompletter Ausrüstung. Nach diesem Hindernis wartete die Sumpfwiese. Es sah relativ harmlos aus, doch schon nach dem ersten Schritt wollte man sich für diesen Gedanken erstmal selbst rügen. Etwas mehr als eine Stunde dauerte die halbe Umrundung des Sees und nass und durchgeschwitzt erreichten wir endlich den festen Punkt am anderen Ufer.

Grebe Lake

Das Wetter war traumhaft schön und die Wolken spiegelten sich im Wasser. Doch etwas anderes erregte zunächst unsere Aufmerksamkeit ...

Ich vermute, man muss nicht erklären, wer diese Spuren hinterlassen hat. Direkt neben unserem Zelt. Demnach entschieden wir uns, unseren Unterschlupf erst einmal bear safe zu machen. Dazu gehörte auch ein entscheidender Punkt:

Nein, das war kein Scherz der werten Mitreisenden. In meinem Rucksack befand sich unser Essen und alles, was einen starken Eigengeruch hat (abgesehen von uns selbst), also ungetragene Kleidung, Shampoo usw ... Um es dem Bär einigermaßen schwer, bis hin zu unmöglich zu machen, sollte diese Gerätschaft ca. 3 Meter hoch und ca. 1 Meter entfernt vom Baumstamm in die Luft gehängt werden.
Nachdem das erledigt war, ging es kurz die Gegend erkunden, Fotos schießen und Feuerholz sammeln. Ach ja, und noch etwas:

Das Feuer war gut im Kampf gegen die Mücken und außerdem wärmte es uns, denn wir konnten nicht widerstehen und sprangen noch kurz in den See, bevor wir dann aßen und in Ruhe den Sonnenuntergang genossen.

Grebe Lake

Die Nacht wurde dann kalt und manche schliefen schlecht, weil um uns ständig Geräusche wahrnehmbar waren. Wer oder was das war ... keine Ahnung. Wir wollten es aber auch nicht genauer wissen smile

Der nächste Morgen kam und wir wollten den Park weiter erkunden. Dazu mussten wir aber erst einmal zum Auto zurück und nun (mit trockenen Socken) versuchten wir so nah an der Baumgrenze zu laufen, wie es nur möglich war. Das klappte auch erstaunlich gut, bis wir wieder an der Stelle mit den umgekippten Bäumen angelangt waren und ehe wir uns versahen ... waren wir wieder nass. Zum Glück aber nicht so schlimm, wie am Tag zuvor.

Auf dem Weg Richtung Westen durch Yellowstone fanden wir wieder einen netten Punkt zum Camp aufschlagen und taten das auch gleich, um den Rest des Tages mit Erkunden zu verbringen. Ihr wisst vielleicht, dass Neuseeland oder Island berühmt sind für ihre Geysire, aber nirgendwo sonst gibt es mehr von diesen heißen Quellen, Fontänen und Schlammtöpfen, als in Wyoming.

Vielleicht erinnert ihr euch an den Film 2012, in welchem die ganze Welt den Bach runter geht ... die Szene mit dem Wohnmobil und dem riesigen Vulkanausbruch soll dort im Yellowstone Nationalpark stattgefunden haben. Und tatsächlich ist der Park der zentrale Teil einer riesigen Caldera. Vor 640.000 Jahren brach der Vulkan zum letzten Mal aus und formte dadurch weite Teile des heutigen Parks, die Eruptionen liefern auch heute noch die Energie für die Geysire, Hot Springs und Schlammlöcher.

Yellowstone

Der wohl bekannteste Geysir im Yellowstone ist Old Faithful, zu deutsch der alte Getreue. Den Namen bekam er aufgrund seiner regelmäßigen Ausbrüche. Circa alle 90 Minuten bricht er aus und sprüht sein heißes Wasser für etwas mehr als eine Minute bis zu 50 Meter in die Luft!

Old Faithful

Ebenfalls im Yellowstone befindet sich der weltweit aktuell größte Geysir, der Steamboat genannt wird. Seine Ausbrüche sind weniger berechenbar, zuletzt brach er im September 2014 aus und sprühte bis zu 100 Meter hoch heißes Wasser in die Luft. Sein datierter Rekord liegt bei 130 Metern! Zum Vergleich dennoch: der größte nachweisbare Geysir in der Geschichte liegt auf Neuseeland und erreichte anfang des 20. Jahrhunderts mehr als 400 Meter Höhe beim Ausbruch.

Allgemein fielen mir drei Dinge ganz besonders auf, während wir so durch den Park streiften:

Die Menschen waren in ihrer Anzahl den anwesenden Tieren weit unterlegen, hauptsächlich Bisons und Huftiere waren allgegenwärtig.
Asiaten mit Kameras im Anschlag waren die dominantesten Zweibeiner im Park.
Es lag die ganze Zeit über der Gestank von faulen Eiern in der Luft. Während der ersten Stunden war das noch etwas gewöhnungsbedürftig. Nach einiger Zeit arrangierte man sich aber damit und der Schwefelgeruch war im Anbetracht der Natur um einen akzeptabel.

Dass mit diesen chemischen Substanzen aber keineswegs zu Spaßen war, zeigte uns der Verfall der Vegetation um uns herum. Man durfte sich meist nur auf gesicherten Holzplanken bewegen, da der Boden sehr brüchig war und man nie wusste, wo der Druck unter und auf der Erdoberfläche zu groß werden würde.

Das Wetter zeigte sich im Tagesverlauf dann wieder von seiner besseren Seite.

Die Stunden und Tage vergingen schnell. Man realisierte das kaum, bei den vielen Dingen, die man in jedem Moment erlebt. Am letzten Tag versüßten uns dann zwei Grizzlybären noch den Abschied, als wir schon fast den Park Richtung Bundesstaat Montana verlassen wollten. Sie tummelten sich im Fluss direkt neben dem Highway und gaben uns nochmal den typischen Eindruck, den man sich irgendwie vom Yellowstone erhofft. Alles in allem ein gelungener Abschluss unseres Trips, das Highlight war am Ende auch ein Highlight!

Wir verließen also den Yellowstone Nationalpark Richtung Norden und durften uns erstmal wieder über moderate Spritpreise freuen. Im Park bezahlt man locker das Doppelte. Nach etwas mehr als drei Wochen unterwegs war es nun für uns an der Zeit, zurück an den Ausgangsort unseres Trips zu gelangen. Die Richtung war klar: Westen, Seattle, Interstate 90. Da einige von uns schon Termine hatten oder der Reiseplan im Allgemeinen drängte, entschieden wir uns dazu, den Trip im Auto zu beenden und nochmal viel zu sehen während der Fahrt. Vorweg genommen, dieser Plan ging auf!

Des Weiteren kann ich stolz behaupten, dass ich noch nie so viel am Stück gefahren bin, wie an diese folgenden zwei Tagen. Mein Van hielt durch, ich hielt durch, das Wetter hielt durch. Und die Bundesstaaten Montana, Idaho und Washington zeigten sich von ihre prachtvollen Seite im Monat Juni. Die circa 1500 Kilometer schafften wir in weniger als zwei Tagen. Den Rest des ersten Tages fuhren wir einmal quer durch Montana, auf das ich mich schon seit Beginn der Reise gefreut hatte. Endlose Weiten, hohe Berglandschaften und Temperaturen knapp über 30 Grad Celius machten das nochmal zu einem Erlebnis. Unser Weg führte durch die Städte Butte, Bozeman und Missoula in Montana. Dann hieß es rasten und schlafen, unsere vorerst letzte Nacht zu viert. Der folgende Tag begann so sonnig, wie der Vergangene endete. Unser Ziel hieß Seattle, Washington. Bis dahin fehlten uns noch knapp 1000 Kilometer, die wir an diesem Tag aber schaffen wollten. Einer von uns würde in Seattle abspringen, der Rest fährt gemeinsam nach Kanada zurück. Einige Stunden später, die wir bei teilweise 40 Grad Celsius im Auto verbrachten, erreichten wir den Spätabendverkehr in Seattle und irgendwie war es ein angenehmes Gefühl, bekannte Straßen und Gebäude wiederzusehen.

Da wir keine Lust auf Übernachten in der Stadt hatten, ging es noch am selben Abend weiter Richtung Norden, genauer gesagt nach Bellingham. Richtig, die Stadt, in der wir zu Beginn einkaufen waren. Die Nacht verbrachten wir noch in den USA, am Morgen danach ging es zeitig los Richtung Vancouver. Da es in den USA etwas günstiger ist, kauften wir uns noch alles Nötige und Erlaubte ein und erreichten die Grenze gegen 9 Uhr morgens ... Welcome to Canada, meinte ein lächelnder Officer an der Grenze. Wie ich diese Worte liebe smile

Die Fahrt nach Vancouver dauerte dann nicht mehr lang. Es war ein wunderschöner Morgen und die Stadt funkelte förmlich vor sich hin. Ich setzte meine Mitreisenden an gewünschten Punkten ab und dann war ich schnell wieder auf mich allein gestellt. Nach drei Wochen gemeinsam auf engstem Raum war das schon ein recht eigenartiges Gefühl. Aber auch ein Gefühl der Freiheit. Wohin sollte es nun gehen ... diese Frage konnte ich mir nun getrost wieder stellen und es zauberte einem wirklich ein Lächeln ins Gesicht.

Ich konnte zufrieden auf drei traumhafte Wochen in den USA zurückblicken und selbst jetzt, mehr als ein halbes Jahr danach, ist es noch etwas unwirklich, dass ich all das wirklich erlebt habe. Vor allem in dieser kurzen Zeit. Aber es war es alles wert und ich würde es sofort wieder tun! smile Danke auch an meine Mitreisenden, es war mir eine Freude, mit euch zu reisen.

Hier nun noch etwas für die Statistikfreunde unter uns ... der Roadtrip
USA Westküste in Zahlen:

Tage unterwegs ca. drei Wochen
Fahrzeug Pontiac Montana Mini-Van
gefahrene Kilometer ca. 8000 km
verbrauchter Sprit 195 US-Gallonen = 720 Liter Benzin
Personen an Bord 4 (alle deutsch)
durchfahrene US-Bundesstaaten

9 (Washington, Oregon, Kalifornien, Nevada,
   Utah, Arizona, Wyoming, Idaho, Montana)

Reparaturen am Auto 2 (neuer Satz Reifen, neue Bremsen)
die teuerste Nacht Überraschung ... Las Vegas
die günstigste Nacht unter freiem Himmel
das beste Erlebnis am Abgrund zum Grand Canyon zelten
das schlimmste Erlebnis nachlassende Bremsen im Yosemite Park
Verletzungen Sehnenscheidenentzündung vom langen Fahren
gesehene Bären 6
Würde ich zurückkehren? unbedingt!

Das war es dann wohl mit der Reise durch den Westen der USA ... aber nicht mit meiner Reise durch Kanada. Im nächsten Bericht erfahrt ihr mehr über das nächste Ziel! Es bleibt auf jeden Fall kanadisch tongue-out Und dank meines Minivans auch abenteuerlich und abwechslungsreich.