Down the Westcoast

Montag, 14.09.2015

Und hier geht es auch schon weiter mit der Fortsetzung zum letzten Blog. Wer diesen vergangenen Eintrag nach langer Zeit nicht mitbekommen hat, dies aber gern noch nachholen möchte, kann folgenden Link anklicken.

Nochmal zur Erinnerung: die hier beschriebenen Erlebnisse sind keine Echtzeiterlebnisse. Es ist lediglich eine Art Zusammenfassung der letzten Monate Mai bis August. Manche dachten, dass ich momentan wirklich in Kalifornien und Umgebung wäre. Dem ist (leider) nicht so. Nun aber weiter im Text ...

... welcher letztes Mal geendet hatte mit einem ernsthaften Problem. Und das kam im Grunde genommen sogar in doppelter Ausgabe. Zunächst fuhren wir wie geplant den Highway 101 Richtung Süden, betraten den dritten Bundesstaat innerhalb von wenigen Tagen und waren kurz vor San Francisco, Kalifornien. Das erste große Highlight, so dachte ich es mir vor der Abreise, wobei jedoch schon jeder einzelne Tag in den USA ein ganz eigenes Highlight war.

Da wir erst spät abends kurz vor San Francisco waren, man für die notwendige Überquerung der Golden Gate Bridge eine Gebühr bezahlen muss und wir keinen gebuchten Schlafplatz in der überfüllten Stadt hatten, entschlossen wir uns, erst am folgenden Morgen in "The City by the Bay" zu fahren. Also kurz vor SF wieder Richtung Küste und auf die Suche machen nach etwas, dass ausschaut wie ein Campingplatz. Es ging enge Serpentinenstraßen entlang, für unzählige Kilometer und allmählich wurde es dunkel. Als wir endlich am Wasser entlang fuhren, entdeckten wir am Straßenrand ein Auto, das womöglich vor kurzem erst eine Panne hatte. Die Warnblickanlage war noch an und eine Frau lief um das Auto herum, schon leicht am verzweifeln. Um diese Zeit am Tage und in der etwas stadtfernen Lage war kaum jemand anderes unterwegs und da man als Reisender selbst weiß, wie bescheiden eine Autopanne sein kann, hielten wir an und wollten helfen. Der jungen Frau, Katie, konnte man ihre Dankbarkeit die ganze Zeit über ansehen. Wirklich, die ganze Zeit. Ein Loch im Reifen hatte ihre Nachhausefahrt gestoppt, dabei hätte sie nur noch etwa zehn Minuten weiter fahren müssen und wäre zu Hause gewesen. Sie wollte schon einen Abschleppdienst rufen. Wir meinten, dass das nicht nötig sei, ein Rad wechseln wäre schließlich kein Problem. Da sie auf die Schnelle ihren Wagenheber nicht fand, nahm ich den aus meinem Pontiac. Zum ersten Mal in meinem Gebrauch, wohlgemerkt. Natürlich habe ich mich vergewissert, dass ich einen besitze, testen tut ihn dann aber wohl kaum jemand vor Abfahrt. Ihr Auto war unübersehbar kleiner und leichter als meins, von daher sollte es also ein Kinderspiel sein für meinen Wagenheber, im englischen übrigens Jack genannt. Während des üblichen small talks gaben wir ihr zu verstehen, dass wir auf der Suche waren nach einem Quartier für die Nacht, ein Campingplatz wäre ideal. Ob sie einen kennen würde, fragten wir. Sie überlegte gar nicht lang und bot uns an, einfach in ihrem Garten zu übernachten. Platz wäre genug und es ist wie gesagt auch nur um die Ecke. Besser konnte es für uns also gar nicht laufen, eine gute Tat vollbracht und dafür auch noch derartig belohnt werden. "Wir wechseln nur noch dein Rad, dauert auch nicht lang und dann können wir ja alle gemeinsam aufbrechen".
Die Prozedur an sich war nichts Neues, alles lief bestens, nur noch das Auto wieder absetzen und Radschrauben festziehen. Es lief perfekt. Zu perfekt, wenn man im Nachhinein darüber nachdenkt. In diesem Moment gab allerdings der Wagenheber nach, das Auto kam in einem Satz nach unten. Nicht schön, aber der Schaden sollte minimal ausfallen, da Rad ja schon leicht fest ist und drei andere Räder alles halten könnten und sollten. Der Wagenheber verbog sich jedoch und stach dem nach unten fallenden Auto ein Loch in den Tank ... den vollen Tank. Da Szenario muss ich wohl kaum ausführlich beschreiben. Benzin überall, den Highway hinunterfließend. Erste Reaktion? F*ck that sh*t.
Tausend Dinge gehen einen dabei wieder durch den Kopf ... Man ist in einem fremden Land. Man selbst ist nur ein Reisender. Man hat gerade das Auto eines Einheimischen geschrottet. Diese Einheimischen sind auch noch Amerikaner. Man darf sich jetzt mit Sicherheit wieder nach einem Schlafplatz umsuchen. Hat sie nicht auch gesagt, sie sei verheiratet? Wann kommt nun wohl ihr Ehemann. Vielleicht ist er ja Anwalt. Mann, wir sind so am Arsch. Ich gehe wohl lieber von dem in Benzin getränken Auto ein bisschen weg. Die arme Sau, die diese Sauerei hier sauber machen muss. Moment, die arme Sau bin ja gerade ich.
Es gibt Momente, da kann man sich einfach nicht oft genug entschuldigen. Und natürlich kann man auch nicht viel nette Worte erwarten von einer Person, deren Auto soeben unfahrbar gemacht wurde. Aber das komplette Gegenteil war der Fall! Sie versuchte uns alle zu beruhigen, dass es ja nichts Schlimmes sei, nur ein Auto. Womit sie ja auch irgendwie Recht hatte. Wenn es nicht mitten auf dem Highway jetzt zu einer Vollsperrung kommen würde und die Folgen noch nicht ausmalbar wären. Sie würde jetzt erst einmal ihren Ehemann anrufen, alles wird gut. Na ganz toll.
Peter, ihr Ehemann, kam dann auch schon bald. Wie wir feststellten, ist er Mitglied der örtlichen Feuerwehr und brachte die ganze Truppe gleich mit. Inklusive Umweltamt, Polizei, Katastrophenschutz ... die ganze Mannschaft eben. Ganz schön viel Aktion, an diesem eigentlich ganz entspannt geplanten Abend in Nordkalifornien. Peter nahm mich zur Seite und ließ sich das Dilemma auch von mir nochmals erklären. Er blieb durchweg ruhig und entspannt, lachte am Ende und meinte, dass ich mir keine Sorgen machen soll, sie wollten sich sowieso ein neues Auto kaufen ... Jeder hat mal einen solchen Tag und dass der Wagenheber aufgibt, konnte keiner ahnen.
Ihr wollt einen Beweis, dass Vorurteile in den meisten Fällen kompletter Schwachsinn sind? Da ist er! Es ist wirklich mittlerweile nicht mehr nachzuvollziehen, wie viele Leute vor meiner Abreise oder als ich in Kanada war, mir mit unüberhörbarem Unterton in der Stimme Spaß, Vergnügen oder schlimme Momente mit Amerikanern vorhersagten. Alles purer Stuss. Ich habe in mehreren Monaten in den USA nicht eine negative persönliche Auseinandersetzung mit den Einheimischen gehabt. Sowohl im Westen, als auch im Osten kamen mir die Leute freundlich, weltoffen und hilfsbereit entgegen. In manchen Gebieten mehr, in anderen weniger. Aber wo liegt da das Problem, am Ende zählt, dass jeder das Bestmögliche getan hat, um Gästen/Fremden/Nichtamerikanern im eigenen Land den Aufenthalt so angenehm und einfach wie möglich zu gestalten. Und wenn es nicht das ist, was heutzutage am meisten zählt, was dann? Also einfach mal aufräumen mit Vorurteilen und sich selbst ein Bild machen. Und Peter und Katie waren an diesem Abend wohl das Paradebeispiel schlechthin!
Als wir dann schon fast beruhigt den Ort des Geschehens verlassen wollten, rief er uns noch nach, ob wir denn nicht immernoch nach einem Platz für die Nacht suchen. Taten wir. Er zückte Stift und Papier, kritzelte eine Adresse und provisorische Karte und meinte, er trifft uns dort, wenn er hier fertig wäre. Wir könnten schon Zelt aufbauen, Küche und Bad wäre ganz unseres. W-O-W. Wahnsinnig cooler Typ. Am Abend hatten wir noch eine nette Unterhaltung, der Vorfall der letzten Stunden war wie vergessen. Solche Menschen braucht die Welt!

Ich schrieb von einem Problem in doppelter Ausgabe. Teil zwei folgte am nächsten Morgen, bevor wir weiterfahren wollten. Ich warf den üblichen Blick auf's Auto, um zu sehen, ob alles soweit passt. Dabei fiel mir auf, dass der rechte Vorderreifen ziemlich runtergefahren war. Also wirklich kein Profil mehr. So sah er in Vancouver definitiv noch nicht aus, sonst hätte ich ihn nicht gekauft. Soll das wirklich in den 3 Tagen passiert sein? Das erschien mir irrsinnig. Doch sei es wie es sei, das Teil musste gewechselt werden. Peter gab mir super Ratschläge, wo und wie ich es am besten machen könnte. Und so tat ich es auch. Kurz vor San Francisco also nochmal zu beschriebener Werkstatt und nicht mal eine Stunde später hatte ich ein neues Set Reifen für wenig Geld, aber ich kann jetzt schon sagen, dass das Fahrgefühl bis heute perfekt ist und sie noch tausende Kilometer durchgehalten haben. Kein Fehleinkauf also und auch dafür nochmal danke an Peter. Und damit stellte sich der Fahrt über die Golden Gate Bridge nichts mehr in den Weg und wir konnten sagen Hello San Francisco.

San Francisco

Schöne Stadt. Ähnlich wie bei New York kennt man einiges aus Film und Fernsehen und steht nun selbst davor. Auch das Gefühl, durch die Straßen in der ganzen Stadt zu fahren war absolut einmalig. Jedoch hat alles in SF seinen Preis, kein Ort für längere Aufenthalte also, wenn man keinen konkreten Plan hat und nur vieles mal gesehen haben möchte. Da ich gern noch eine weitere Person im Auto haben wollte, trafen wir an diesem Tag einen weiteren willigen Mitfahrer und wurden somit vier Reisende in einem Minivan. Nach etwas Fahren und Laufen durch die Stadt wurde es langsam Zeit, wieder etwas für die Nacht zu suchen. Das spontane Suchen nach Schlafplätzen ist irgendwie immer mit sehr gemischten Gefühlen verbunden, weil man sich wirklich einer Art Stress aussetzt, verbunden mit der Ungewissheit, was nun werden soll, falls man nichts findet. Ein interessantes Gefühl, dass einem selbst zeigen kann, wie man so drauf ist in Stresssituationen. An diesem Abend war es so weit, dass wir keinen Plan hatten, wo man für ein Auto und Mitfahrer noch auf die Schnelle einen günstigen Schlafplatz bekommen könnte. Wir entschieden uns für einen Parkplatz und einfach im Auto zu schlafen. Jedoch waren die meisten Parkplätze bewacht und zeitlich limitiert, sodass wir uns da nicht einfach hinstellen durften. Bis auf einen ... direkt neben der Golden Gate Bridge. Ein Touristenparkplatz, wo man von 8-18 Uhr bezahlen muss. Und danach? Stellen sich deutsche Touristen im Minivan hin und verbringen die Nacht dort. Nicht das bequemste, aber originell. Und so nah am Wahrzeichen der Stadt zu übernachten, das können nicht viele von sich behaupten!

Hafen(Bild ist keine Aufnahme vom Schlafplatz, ich weiß, was "nah" bedeutet )

Weiter ging es Richtung Süden, zurück auf den Highway 101. Santa Cruz war das letzte Ziel an der Küste, bevor wir etwas vom Inland sehen wollten. Das Wetter war mittlerweile eher bewölkt, dennoch warm, aber nicht das erhoffte Strandwetter. Sobald wir allerdings von der Küste wegfuhren, wurde das Wetter schlagartig besser und Kalifornien offenbarte seine schönsten Seiten. Es wurde richtig heiß im Laufe des Tages und die Städte weniger. Landwirtschaftlich genutzte Fläche dominierte die Landschaft und überall wurde man durch Schilder darauf hingewiesen, dass sich der Staat Kalifornien mit extremer Dürre konfrontiert sieht. Wassersparen ist also ein Muss, machen tun es leider nicht alle. Entlang des Highway 152 ging es einmal quer durch den Bundesstaat bis ins San Luis Reservoir, wo es zur Hitze auch noch starke Winde gab, die es nicht wirklich angenehmer machten. Aber bei Temperaturen bis zu 35°C  ließ die Natur nichts zu wünschen übrig. Umgeben von kleinen und großen Seen, mit kahlen Bergen und Hügeln versehener Horizont ... ein ganz anderes Bild, verglichen zu den Vortagen.

San Luis

Auf einem dieser Hügel stellten wir unser Zelt auf. Die Nacht blieb windig und warm, der Morgen startete dann mit wundervollem Sonnenaufgang und windstill, wodurch es jedoch noch heißer wurde. Mittlweile hatten wir auch ein Ziel: Yosemite Nationalpark. Dieser lag noch etwa eine halbe Tagesfahrt entfernt.

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Nach einigen Kilometern konnten wir dann auch schon die Berge am Horizont wahrnehmen. Die Vegetation wechselte allmählich wieder und große Nadelbäume waren bald keine Seltenheit mehr. Der dadurch entstehende Schatten war eine Wohltat. Der Park an sich war dann leider von Touristen überfüllt. Viele Autos also, Menschen auf den meisten populären Wanderwegen und typische Touristenpreise (5 Dollar pro Gallone). Durch das üppige Wasservorkommen war es aber endlich wieder erlaubt Feuer zu machen und so genossen wir unsere gegrillten Hotdogs und Stockbrot und das Camp war umgeben von Rehen und allerlei Vögeln. Nach dem Essen streifte dann noch ein Schwarzbär umher und wir wussten: Wir sind in der Wildnis. Endlich. Wenn jetzt nur noch alle Touristen um einen verschwinden würden. An den paar Tagen, die wir da verbrachten, liefen wir eigentlich jeden Tag eine halbe Stunde auf einen besonderen Felsen, von welchem man einen Großteil des Parks überblicken konnte. Man sah Gletscher, Waldbrandgebiete, schneebedeckte Gipfel, endlose Weiten grüner Wälder und größe Vögel am Himmel. Natur pur.

Yosemite Nationalpark

An den insgesamt vier Tagen in Yosemite regnete es nicht einmal und jeden Tag war es warm und sonnig, perfekt also für wandern und entdecken. Und davon gibt es hier wahrhaftig genug. Fast täglich sahen wir auch Bären um unser Lager wandern auf Entdeckungsreise. Es verleiht einem immer wieder ein leichtes Kribbeln im Nacken, aber das Erlebnis ist einfach zu einzigartig, um in Panik zu geraten. Lieber genießen. Wenn man kann.

Yosemite Falls

Die Yosemite Falls sind riesige Wasserfälle. Im Grunde genommen ist es nur einer, jedoch aufgeteilt in zwei Etagen, die in einander fließen. Zu sehen sind sie nur im Sommer, im Winter (logisch), ist alles gefroren und man muss bis zum ersten Tropfen im Frühling warten. Da hatte ich wohl eine gute Jahreszeit erwischt.

Am letzten Tag fuhren wir noch den Highway 120 weiter Richtung Osten quer durch den Park und bestaunten ihn dabei nochmal in seiner vollen Pracht. Man erzählte uns bei einer Pause von einer Geisterstadt namens Bodie, nur einige hundert Kilometer nördlich von der nächsten Kreuzung aus. In Deutschland ist das manchmal schon eine lange Urlaubsfahrt. In unserem Fall steht man auch mal auf, wenn man einen Tagesausflug über eine Distanz von einigen hundert Kilometern pro Strecke macht. Und das war es wert. Bodie war heiß, staubig und verlassen.

Bodie

Vor mehr als 100 Jahren noch eine aktive Mine, wurde nach Abbau von Gold und Silber nicht mehr viel veranstaltet, bis auch bald der letzte Einwohner wegzog und der Verfall begang. In den 1970ern begann die Restauration als Kulturstätte. Mehrmalige Feuer über die Jahrzehnte zerstörten jedoch einen Großteil der alten Stadt. Mord und Kriminalität war damals an der Tagesordnung und noch heute kann man das Gefühl nicht loswerden, dass in diesen Straßen echt krumme Dinge abgingen ...

Dennoch aber eine Reise definitiv wert. Insbesondere um zu sehen, wie Menschen in einer Minenstadt während des Goldrausches lebten. Die meisten Artefakte sind noch original zurückgelassen wurden und können heute bestaunt werden. Da nicht viele Leute davon wissen, hat man sogar soetwas wie Ruhe beim Entdecken dieser Geisterstadt. Welch Wortwitz.

Momentan verließen wir uns auch immer wieder auf die Insiderinformationen von Einheimischen, wenn es darum ging einen Schlafplatz im Nirgendwo zu finden. Und dabei kamen die schönsten Dinge zustande. Man übernachtete an Flüssen, auf Bergen, in Tälern, Hitze und Kälte wechselten sich ab und Sonnenauf- und -untergänge waren immer das Highlight am Tag.

Sierra Nevada

Dabei gilt aber auch wieder, was mir schon öfters auffiel. Manche Momente sind einfach nicht für Kameras gemacht, sondern nur für die eigenen Augen und Gedanken. Und wow, davon habe ich einige erlebt, so wie den oberen. In Realität bleibt einem da einfach nur jedes Wort im Hals stecken und man genießt schlichtweg den Moment, ohne immer auf den Auslöser zu drücken.

Die Temperaturen kletterten täglich etwas mehr, doch das heißeste Highlight stand erst noch bevor und ich machte mir etwas Sorgen um mein Auto, was bis dahin wirklich wunderbar funktionierte. Doch mehr als 40°C wird es dann wohl mit dieser Last und täglichen Distanz auch nicht auf Dauer wegstecken.

Bald folgten wir dem Highway 395 nach Süden Richtung Los Angeles, bogen jedoch bei Lone Pine nach Osten ab und begannen unser heißestes Abenteuer ins Death Valley.

Tal des Todes

Das Tal des Todes brachte unglaubliche Hitze mit sich, die auch in der Nacht nur schwer erträglich wurde. Der Sternenhimmel war immer wieder sowas von faszinierend und oft lagen wir nur auf dem warmen Boden und starrten nach oben. An schlafen war bei Temperaturen um die 34°C nicht zu denken ... Wasser war natürlich auch Mangelware und so ließen wir uns immer nieder, wenn man eine Art Wasserhahn in der Nähe hatte, um Reisende zu versorgen. Dabei trafen wir auf die kuriosesten Mitreisenden:

Die Umgebung ist einfach nur so lebensfeindlich, wie man es sich vorstellen kann. Schwer nachzuvollziehen, wie hier überhaupt etwas wachsen und leben kann. Wahre Überlebenskünstler. Mein Auto und wir waren am Limit. Auch das Losfahren gegen 4 Uhr morgens half nur wenig. Dennoch war es jede Sekunde wert, dass ich da hingefahren bin. So eine Landschaft und Umgebung sieht man kein zweites Mal und Death Valley schaffte es mit Sicherheit in die Highlights meiner gesamten Reise!

Mein Auto war mit Sicherheit froh, als wir das Todestal bald verließen. Nicht nur Temperaturen, auch die Spritpreise wurden wieder angenehmer, als wir Kalifornien hinter uns ließen und den vierten Bundesstaat auf unserer Reise befuhren.

Nevada

Im Staat mit dem Silber war die Hitze dennoch nicht weit. Der Preis pro Gallone lag bei 3,40$ und aufgrund fehlender Vegetation stellte sich uns die Frage, wo wir denn bitte unser Zelt aufschlagen könnten, denn der fehlende Schlaf setzte uns schon etwas zu, insbesondere mir als Fahrer. Und noch ein paar Nächte bei über 30°C schienen keine Option zu sein. Außerdem stellte ich nun fest, dass beim Bremsen eine gewisse Vibration zu spüren war. Die gefiel mir gar nicht, denn aufgrund der vielen Steigungen und Gefälle war ich gewissermaßen auf meine Bremsen angewiesen. Und mein Van brachte vollgetankt und mit kompletter Ausrüstung und Besatzung locker 4,5 Tonnen auf die Waage. Welch ein Glück das die nächste Große Stadt von hier nur noch knapp 200 Kilometer entfernt war. Und was für eine Stadt ...

Das schaff ich, dachte ich mir