Durch die Canyons der USA

Sonntag, 04.10.2015

Hello again ... wie immer an dieser Stelle, hier noch der Link zum letzten Blog, für diejenigen, die es verpasst haben oder den Anschluss finden möchten.

Stehen geblieben waren wir in Nevada, mitten in der Wüste also. Hinter mir lagen zu diesem Zeitpunkt im heißen Juni vor allem der Staat Kalifornien mit seinem Yosemite Nationalpark und dem Death Valley im Osten. Nun ging es also weiter durch die Sierra Nevada Richtung Süden, das nächste Etappenziel hieß Las Vegas.

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Gambling wäre nicht möglich, der Altersbegrenzung sei Dank. Nichtsdestotrotz freute ich mich riesig auf Vegas, vor allem, weil ich mit Atlantic City im Osten der Vereinigten Staaten ja schon einen kleinen Vorgeschmack bekam im letzten Jahr und nun das Original zu sehen bekommen würde.

Wir fuhren etwas planlos nach Las Vegas. Das trockene und heiße Klima machte jedem zu schaffen, aber wir wollten Wüste und wir bekamen Wüste. Nach etwaigen Campingplätzen suchte man hier allerdings vergeblich. Und dann war es auch schon so weit. Wie aus dem nichts teilte sich der Highway 95 in mehrere Spuren auf und bildete einen Ring um die größte Stadt in Nevada. Mehr als eine halbe Million Menschen finden hier ihr Zuhause, fast die doppelte Anzahl in der gesamten Metropolregion. Und ich war wirklich überrascht, denn man fährt durch eine Landschaft, die lebensfeindlicher nicht sein kann und plötzlich ragen Hochhäußer empor und es blinkt und glitzert überall und es ist wie in einer anderen Welt. Fantastisch, aber auch irgendwie irritierend und unwirklich. Las Vegas eben.

Da wir sicherlich nicht oft nach Vegas kommen würden und wir die letzten Wochen ausschließlich in der Wildnis verbrachten, gönnten wir uns hier nun etwas Luxus. Unser Hotel war nur einen Block entfernt vom legendären Strip und war ausgestattet mit Pool, Frühstück und Klimaanlage. Die war auch überlebenswichtig, denn das Thermometer zeigte fast dauerhaft über 40°C und Wind kam eigentlich nie auf. Bis zum späten Nachmittag versteckte man sich hauptsächlich im Hotel, am Pool oder irgendwo, wo einem Hitze und Sonne nichts anhaben können. Alles andere macht auch keinen Sinn, denn Las Vegas erwacht bei Nacht und dann bekommt man erst das spezielle Feeling für die Stadt des Glücksspiels.

Insgesamt verbrachten wir drei Nächte am Strip. What happens in Vegas, stays in Vegas.
Dabei erwischten wir auch noch einen Freitag und Samstag, die Tage, an denen die Stadt auf Hochtouren läuft und die meisten Touristen anzieht. Und was soll ich sagen ... der erste Abend und die erste Nacht waren der Wahnsinn. Las Vegas zeigte sich von seiner besten Seite und wir hatten riesig Spaß. durch die Casinos zu streifen und Leuten beim Gewinnen und (meistens) Verlieren zuzusehen. Die verschiedensten Casinos und Hotels erstrahlten in den prächtigsten Lichtern und Farben. Vor allem der weltbekannte Brunnen vor dem Bellagio war täglich Hauptattraktion, wenn er zu bekannten Melodien seine Fontänen in die Luft schoss. Und Vegas hält, was es verspricht ... egal in welche Richtung man sich dreht ... mal steht man vor dem Eifelturm, dann wieder vor der Skyline von New York oder im nächsten Augenblick vor dem berühmten MGM Grand Hotel.

Das Klima war wirklich extrem. Trockene und heiße Luft trieb einen fast immer in irgendwelche Gebäude mit Klimaanlage, meist Restaurants Auch hier hatte Las Vegas ein Highlight für uns zu bieten. Typisch amerikansches Fastfood bei Fatburger, und was für welches ... keineswegs das billige Produkt, sondern qualitativ hochwertig. Und was soll ich sagen ... einen Burger mit fast einem Kilogramm Fleisch um 21 Uhr ... muss der Körper abkönnen

Natürlich musste ich mich aber auch um mein Auto kümmern, denn die Sache mit den Bremsen wurde nicht besser und ich hatte nicht die Absicht, mit dieser Unsicherheit weiter zu fahren. Zum Glück gibt es in Vegas auch eine Menge Werkstätten, die vor allem den Touristen gern aushelfen und nach einiger Recherche fand ich auch den Mechaniker meines Vertrauens und durfte mein Auto sofort dort lassen und innerhalb von einer Stunde wechselte er alles, was wirklich nötig war und baute neue Teile ein. Eine fachmännische Beratung war dabei auch noch inbegriffen und für relativ wenig Geld hatte ich nun neue Bremsen aus Las Vegas. Und die halten bis heute!

Drei Tage Las Vegas. Definitv genug, wie wir alle nach der zweiten Nacht feststellen mussten. Am ersten Tag ist man einfach nur hin und weg und die Stadt fasziniert bis ins Unendliche. Am zweiten Tag schaut man dann schon genauer hin und fasziniert sich nur noch halbwegs für Sin City. An Tag drei ist dann die Motivation sehr am Boden gewesen. Grund dafür war nicht mal die Tatsache, dass man nicht aktiv am Glücksspiel teilnehmen durfte, sondern eher die drückende Hitze, das Geldausgeben, die Hektik der Stadt oder das man den Glitzer nach einigen Tagen durchschaut hat.

Also schnell weiter zu neuen Zielen. Und nun stand erstmal Natur pur auf dem Plan und unsere Augen wurden mit jedem Tag größer, als wir weiter Richtung Osten fuhren und bald schon den Bundesstaat Utah betraten.

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An einem Tag befanden wir uns auch hier wieder in drei verschiedenen Bundesstaaten der USA. Nachdem wir Nevada am Morgen verließen, ging es am frühen Nachmittag erstmals durch Arizona, bevor am späten Nachmittag das große Schild näher kam, das verkündete, wir wären nun in Utah. Und wow, Utah ist schlichtweg geil ...

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Den Highway 15 entlang ging es nach Osten und schon bald änderte sich die Landschaft gravierend. Die Wüste Nevadas lag hinter mir und der Stein und Sand färbte sich orange und rot und Canyons hier und da waren keine Seltenheit mehr. Nächster Halt war Zion Nationalpark. Von diesem wurde uns im Death Valley von einem älteren Mann berichtet, der dort eine absolut tolle Zeit verbrachte und nicht viele Menschen würden von dem Park wissen, sondern lieber die größeren und bekannteren Parks im Umkreis erkunden. Zion ist wirklich nicht groß und von der Anzahl der Besucher her ging es auch noch, jedoch waren alle Campingplätze im Inneren des Parks überfüllt und wir campierten direkt an den Grenzen des Parks, was im Grunde genommen das selbe war, nur ruhiger und preiswerter.

Zion Nationalpark hat allerhand coole Dinge zu bieten. Gleich am ersten Tag wollten wir wandern gehen und das sollte eine wirklich andere Art von Wanderung werden.
Wir packten alles zusammen, was wir brauchten und gingen mit bester Laune und bei schönstem Wetter in Richtung der Narrows, also einem Engpass durch einen Canyon. So weit, so gut. Es würde Schatten geben, ein großes Plus bei der Hitze. Und das Highlight ...

Narrows

... der Großteil der Wanderung fand im Fluss statt. Das war wohl eine der besten Touren, die ich je zurückgelegt habe. Eine enorm wohltuende Abkühlung und rechts und links die steilen Wände zu haben, von der Strömung immer mal wieder vom Kurs abgebracht werden, vereinzelt eine Stelle zu erwischen bei der man plötzlich bis über den Bauchnabel im kalten Wasser steht oder auch einfach nur riesige Greifvögel über sich kreisen zu sehen ... geniale Erfahrung!
Nach mehreren Kilometern im Wasser wurde man dann aber wirklich müde und sobald die Sonne längere Zeit verschwunden ist, wird es kühl. Das war es aber wert.

Unterwegs traf man wieder andere Wanderer und der Großteil machte uns auf eine andere Tour aufmerksam, genannt Angels's Landing, der Landeplatz der Engel. Klingt geil, ist geil. Der Aufstieg sei sehr anspruchsvoll, die Aussicht und das Gefühl. es geschafft zu haben, lassen diese Anstrengung aber schnell verblassen.

Angels Landing

Also machten wir uns an Tag 2 auf zum nächsten Abenteuer. Das Wetter spielte wieder mit und nach einiger Zeit befanden wir uns am Startpunkt des Trails zur Spitze. Auf dem Weg nach oben passierte man die Emerald Pools, also hübsche kleine und größere Wasserlöcher im Fels. Nach circa zwei Stunden wurder der Weg immer steiler und man hatte schon jetzt geniale Ausblicke über den Park.

Das große Hindernis, oder besser gesagt der Punkt, an dem viele scheitern oder umkehren, stand aber noch bevor. Man berichtete uns zuvor schon von diesem Teil des Aufstiegs. Aber als wir es dann selbst zu Gesicht bekamen, mussten wir tatsächlich kurz schlucken.

Die Hürde

An dieser Stelle kehrten viele Personen tatsächlich um. Bei manchen dachten wir, dass es die beste Entscheidung sei. Denn kleine Kinder oder ältere Personen, die schon an diesem Punkt nahe am Zusammenbruch waren, sollten den Rest wirklich nicht in Angriff nehmen. Aber alles auf eigene Gefahr. Sieben Menschen sind in den vergangenen Jahren abgestürzt. Wir wollten nicht dazu gehören.
Der Weg verengte sich an dieser Stelle. Man kletterte schon mehr, als das man lief. Der "Weg" war nicht mal mehr einen Meter breit an manchen Stellen und alles, was man wirklich zur Sicherheit hat, ist eine simple Eisenkette in der Mitte. Rechts und links geht es dann mehrere hundert Meter steil nach unten. Nervenkitzel pur!!! Aber der Ausblick ... es ist schwer in Worte und vor allem Bilder zu fassen.

Was von unten noch nach nicht allzu viel aussah, stellte sich dann als beste Belohnung eines solchen Trips heraus. Einmal quer durch den Canyon konnte man nun seinen Blick schweifen lassen und an jedem Ende der Plattform ging es steil nach unten und man sah den Fluss sich durch das Tal winden. Über einem kreisten wieder riesige Vögel und um einen herum war es wirklich still, selbst Wind ging zu diesem Zeitpunkt kaum. Es war einfach nur ein perfekter Tag am Landeplatz der Engel.

Am Abend fuhren wir wieder zu dem altbekannten Platz zum Schlafen und trafen dort eine größere Gruppe aus Wisconsin, USA. Die waren so freundlich und teilten ein Bier mit uns und Pizza gab es auch. Das rundete den Abend erst so richtig ab und in der folgenden sternenklaren Nacht wollte man gar nicht schlafen gehen ...

Bald darauf schon mussten wir Zion Nationalpark wieder verlassen. Der nächste Canyon stand auf dem Plan und dafür ging es wieder nach Arizona. Die Tage waren nach wie vor heiß und trocken und einige Stunden später endete dann auch der Highway, den wir entlang fuhren.

Grand Canyon

Vor mir lag der Grand Canyon, dessen Nordgrenze, um genauer zu sein. Diese liegt 34 Kilometer von der Südseite entfernt und die Strecke dazwischen ist nur zu Fuß zurückzulegen. Um mit dem Auto von einem Punkt zum anderne zu gelangen, muss man fast 400 Kilometer um den Grand Canyon Nationalpark herum fahren. Der Nordpunkt ist weniger überfüllt mit Touristen. Viele fahren bis zum Ende und schauen sich nur kurz das Panorama an, kehren dann aber wieder um und düsen davon. Dafür wollte ich ganz sicher nicht nur zu einem der größten Weltwunder fahren ...

Die Truppe aus Wisconsin kam gerade von hier und meinte, dass sie eine längere Tour in den Canyon hinein hinter sich gebracht haben. Dabei soll es sehr heiß gewesen sein, jeder musste eine Menge Wasser mitschleppen, da dies im Canyon selbst Mangelware ist. Außerdem konnte man aufgrund von Temperaturen von weit über 40°C nur nachts weiter wandern und tagsüber rasten und in Wasserlöchern entspannen. Man bekäme aber ein ganz anderes Gefühl vom Grand Canyon, als wenn man nur von oben drauf schaut. Für derartige Erlebnisse benötigt man aber eine spezielle Erlaubnis von einem Park-Ranger. Den haben wir dann auch gleich mal aufgesucht. Er meinte, dass es durchaus ein Erlebnis wäre, aber auch sehr anstrengend und ein langer Fußmarsch. Nicht alle in unserer Gruppe waren davon vollends überzeugt und so mussten wir abwägen. Als der Ranger unser Grübeln mitbekam, machte er uns auf einen anderen Trip aufmerksam, der genauso, wenn nicht sogar noch erlebnisreicher, sein soll. Für jenen Trip gibt es nur eine freie Erlaubnis für eine Übernachtung an besagtem Ort und momentan wäre sie noch verfügbar. Er erklärte uns, dass wir mit dem Auto etwas weiter in den Park hineinfahren müssten und dann an einem abgelegen Parkplatz unsere Ausrüstung für die Nacht packen und einige Kilometer laufen müssten. Er sagte uns nicht viel über das Ziel, denn wir würden es keineswegs verpassen und mitbekommen, wenn wir da wären. Er wäre selbst schon oft da gewesen und nicht viele Leute wissen davon, aber das macht es eben zu einem besonderen Highlight, das nicht jeder genießen darf. Unsere Neugier war geweckt. Und wie!

Genannt war die Route der "Cape Final Trail". Nach kurzer Fahrt packten wir unsere Sachen und mussten besonders Wert auf Wasser legen, denn dieses würde es von nun an nicht mehr geben. Da ich den größten Rucksack hatte, bekam ich die fast 30 Liter Wasser verpasst. Zusammen mit persönlichen Utensilien, Schlafsack, Zelt, Isomatte und so weiter brachte es mein Rucksack locker auf 50 Kilogramm.

Das feuchte Handtuck im Nacken war eine Wohltat. Etwas mehr als eine Stunde Fußmarsch sollte nun vor uns liegen. Es war eine wahre Anstrengung mit diesem ganzen Zeug auf dem Rücken durch den Wald zu wandern. Ja, dort gibt es Wald  und mit jedem Meter hoffte ich, dass der Ranger recht hätte und es wirklich so toll wird.

Und was soll ich sagen ... er hatte sowas von Recht. Ich fragte mich ja, was er damit meinte, dass wir wüssten, wenn wir am Ziel sind. Nun wusste ich es.

Der Weg hörte einfach auf. Man sah schon einen lichter werdenden Wald und plötzlich verschwanden die Bäume entgültig und man stand wortwörtlich am Abgrund. Um sich herum nur wenige Büsche und Sträucher, dafür viele Steine und kleine Kriechtiere, die wer weiß wie in dieser Umgebung überleben.

Keiner von uns sagte ein Wort. Man hörte den Wind durch die Bäume und den Canyon pfeiffen und ab und zu wieder den obligatorischen Greifvogel. Aber sonst war es wieder totenstill. Und man befand sich an der Kante des Grand Canyons und blickte mehrere hundert Meter in die Tiefe. Und man konnte für tausende Meter weit schauen. Hinter sich den Sonnenuntergang und man malte sich schon aus, wie der nächste Morgen sein wird, wenn die Sonne am gegenüberliegenden Ende aufsteigt. Am Horizont sah man eine ebenmäßige Schicht, die wie Staub aussah und sich quer über das gesamte Blickfeld erstreckte.

Ich weiß nicht, wie lange wir einfach nur dort saßen und nichts sagten. Es blieb lange still, ab und zu nur ein "Krass", "Cool", "ist das genial" oder ein lachen oder seufzen. Jeder war einfach hin und weg und selbst wenn ich jetzt davon schreibe, bekomme ich wieder eine leichte Gänsehaut, auch wenn es schon Monate zurück liegt.

Es wurde langsam Zeit für's Essen und zum Glück haben wir auf dem Parkplatz schon fix vorgekocht und ja. Viel gibt es dazu nicht zu sagen. Außer, dass es zu diesem Zeitpunkt womöglich die glücklichsten Nudeln der Welt waren ...

Wahrscheinlich hätte man uns in dieser geilen Umgebung alles mögliche auftischen können ... Es wurde alles zur Nebensache und man konnte den Blick einfach nicht wegnehmen von der Umgebung, immer wieder fand man etwas Neues zu bestaunen.

Der Sonnenuntergang war dann ein toller Abschluss dieses Tages und wir stellten uns schon den Wecker für den kommenden Morgen, um ja keinen Augenblick zu verpassen von diesem Spektakel. Aber nun hatten wir noch eine kleine Herausforderung vor uns ... auf diesem kleinen Stück Fels zwei Zelte aufzubauen und vor allem diese irgendwie zu befestigen und im Boden zu verankern.
Es wurde nämlich windiger und ein unbefestigter Schlafplatz an diesem Ort ... besser nicht. Hier möchte ich keinen Abgang machen. Aber Heringe in den Boden schlagen war keine wirkliche Option. Also warfen wir einfach alle möglichen Steine und Brocken auf den Rand unserer Zelte. Das funktionierte auch, Schlafplatz gesichert. Und was für einer ... der Ranger hatte uns wohl den besten Schlafplatz der gesamten Reise beschert.

Die Zelttür ließen wir geöffnet. Um sich hörte man immer wieder mal ein Rascheln, aber mehr als ein paar Nager, kleine Reptilien oder vielleicht ein Reh hatte man hier nicht zu befürchten.  Als es dunkel wurde sahen wir dann unendlich viele Sterne über uns und am Horizont den Mond langsam aufsteigen. Das besondere daran? Durch die vorhin erwähnte Staubschicht am Horizont stieg der Mond in einer rötlichen Färbung nach oben und wurde dann immer heller und heller, als er die Schicht hinter sich ließ. Wahnsinn! Man wollte gar nicht schlafen und freut sich ausnahmsweise mal, dass der Wecker schon sehr bald klingeln würde. Gegen 5.00 war es dann auch endlich so weit.

Definitiv in jeder Hinsicht der Höhepunkt der Reise bisher. Anfangs war ich ja immer etwas skeptisch, weil die Meinungen zum Grand Canyon gemischt ausfielen und manche Leute wirklich nicht verstehen, was man an diesem Park so toll finden kann. Also ich weiß es mittlerweile. Manchmal muss man wahrscheinlich nicht nur an den offensichtlichsten Punkten anhalten und dann wieder umkehren, sondern auch mal die Grenzen überwinden und etwas abseits vom Weg gehen. Und holy sh*t, das hat sich gelohnt.

Nach einem entspannten Frühstück mit einer dezenten Spur Adrenalin ging es dann leider schon wieder auf den Weg zurück zum Auto. Der Rucksack war um einiges leichter. Das lag natürlich daran, dass wir das Wasser weitesgehend aufbrauchten. Oder daran, das kurz vor dem Verpacken der Kanister aus Versehen einen Abgang machte von der Klippe und ich ihn nicht mehr heimtragen musste...

Den selben Weg zurück aus dem Park hinaus ging es wenige Stunden später und es ging erstmals auf dieser Reise deutlich Richtung Norden - zurück nach Kanada, wie ich es schon fast nennen wollte. Aber einige Leckerbissen standen noch im Programm. Und eines davon sollte am selben Tag noch folgen.

Sprechen Leute vom Grand Canyon, so ist dieser meist der Canyon schlecht hin. Der Canyon, von dem jeder spricht und den man unbedingt gesehen haben muss. Fünf Millionen Besucher pro Jahr sprechen da wohl ganz für sich. Im gleichen Atemzug wird aber auch von einer anderen Canyon-Formation geschwärmt, dem Bryce Canyon. Dieser ist für manche Betrachter sogar der noch schönere.

Bryce Canyon

Von den Formen her sicherlich ein Hingucker. Mir haben beide gefallen und ich konnte mich schwer satt sehen an diesen Wundern der Natur.

Mittlerweile waren wir wieder zurück in Utah. Jetzt im Nachhinein ist es wirklich krass, wie oft wir die Bundesstaaten wechselten, inbesondere in dieser Phase der Reise. Einige Stunden Nevada, dann Arizona, einige Tage Utah, wieder Arizona und nun sind wir also zurück in Utah, dem Staat mit dem Bienenkorb, dem Staat der Mormonen. Das nächste Ziel war nun die Hauptstadt des Staates und zugleich die Stadt der Mormonen, welche 1847 nahe des Großen Salzsees gegründet wurde.

To be continued ...

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