Highlights in Toronto

Montag, 08.09.2014

Hier ein kleiner Rueckblick der vergangenen Tage ...

Freitag, 5. September 2014

Wir haben uns gegen 17.00 Uhr dann noch entschieden, trotz des langen Tages ins Royal Ontario Museum (ROM) zu gehen. Um diese Zeit gab es Rabatt und es liegt nur ein paar Blocks weiter. Gesagt, getan - und bereut habe ich es ganz und gar nicht. Fuer 10 Dollar kann man auf vier Etagen alles moegliche bestaunen: kanadische Geschichte ueber Land und Leute, eine riesige Gesteinshalle, eine super Tierausstellung (von Dinos bis Saeugetieren) und dann noch Dinge aus aller Welt, wie Griechenland, Rom, Aegypthen oder Asien ... Ich war zwar vorher schon muede (und danach dann erst recht), aber es war die Anstrengung voll wert! 

Spaeter am Abend gingen wir dann noch einkaufen, denn Toronto ist diesbezueglich wirklich teuer und man muss lange suchen, so auch wir. Also starteten wir auf Queen Street einen neuen Versuch ... vergeblich. Etwas Kaese, Brot, paar Aepfel und etwas Marmelade kostete uns mehr als 15$ ... und als wir Loblaws wieder verlassen wollten, regnete und gewitterte es unglaublich sehr ... Also fix etwas im Eingangsbereich der Mall gefuttert und mit paar Leuten ausgetauscht. Aber immerhin hatten wir etwas zu essen und das haelt bis zum heutigen Tag! 

Als ich spaet abends im Hostel ankam, hatte ich einen neuen Zimmerkollegen, Larry. Er stammt von Hawaii, seine Familie lebt in North Carolina und er studiert in Ohio ... Ein echt verrueckter Zeitgenosse, nicht nur weil er Amerikaner ist (die erkennt man hier allerdings sehr leicht: oft sind es die protzigen und lautstarken Leute mit geschwollenem Ausdruck und fehlendem Feingefuehl, so unser Eindruck). Larry war auch etwas crazy, jedoch auf eine liebenswerte Art. Er hat etwas hippyaehnliches an sich und macht in Toronto Urlaub von seinem Chemiestudium, um dann fuenf Stunden zu fahren in einen Freizeitpark, weil er Achterbahnen so liebt. Nu warum nicht, man konnte sich alles in allem prima mit ihm unterhalten! Er reist heute zusammen mit mir wieder ab. 

Samstag, 6. September 2014 

Am Morgen ging ich ins Eaton Center, eine riesige Shopping-Mall mitten in Toronto, ueber 4 Etagen nur Laden an Laden. Highlights waren auf jeden Fall die Rocky Mountain Chochlate Factory, wo man das ein oder andere probieren durfte (traumhaft!!!), aber etwas zu kaufen meinem Budget nicht entsprach ... Besonders gefallen hat mir auch die Urban Eatery, in diesem Fall Restaurant an Restaurant im Untergrund der Mall, wo ich mich auch an indisch, thailaendisch und griechisch versuchen durfte und somit Mittag-for-free ergatterte! 

An diesem Tag war es etwas kuehl, deshalb nochmal fix ins Hostel und einen Pullover geholt und als ich wieder Richtung King Street lief, fiel mir links ein gut bewachter Ausgang auf mit einigen SUV davor. In der Menschenmasse fragte ich einen Mann, was denn hier passiert und er meinte: `Wir warten auf Adam Sandler, der kommt gleich hier raus` ... Nun, die Promis verstehen unter `gleich` wohl etwas anderes als ich und somit war es mir nach zwanzig Minuten zu doof und ich habe meinen Tagesplan weiterverfolgt ... Sorry Adam ... 

Mit der Faehre bin ich dann nach Toronto Islands gefahren, von wo man einen genialen Blick auf Torontos Skyline bekommt. Die Insel hat auch einen Freizeitpark, eine Farm und mehrere Straende. An den Straenden fanden sich die verschiedensten Nationalitaeten und Menschengruppen zusammen und die paar Stunden Entspannung bei Sonne und `Meer` waren toll. 

Als ich am Abend wieder in Downtown war, entschlossen wir uns nochmal aufs TIFF zu gehen und etwas das Nachtleben zu geniessen. `The Dears` lieferten klasse Livemusik und wir trafen Chris, einen der besten Eiskunstlaeufer und Olympiateilnehmer Deutschlands, der uns schnell als Deutsche identifizierte und in Toronto lebt und studiert. So hatten wir wieder einen neuen Freund gefunden, der auch gleich Nummer, Adresse und Auto anbot. Ich liebe diese Stadt! 

Irgendwann in der Nacht war ich wieder im Hostel und neben meinem Bett stand wieder ein Neuer: Nicholas aus Montrèal, auch ein cooler Typ. Es ist ein Kommen und Gehen im Canadiana

Sonntag, 7. September 2014

Am Abend zuvor habe ich eine Tour zu den Niagarafaellen gebucht. Der Wettergott meinte es sehr gut mit mir! Unser Busfahrer David liess die knapp 1,5 Stunden Fahrt hin und zurueck durch seine Fuehrung wie im nichts vergehen.
Aber auch an den Falls (so werden sie in Ontario nur genannt und jeder weiss Bescheid) war es atemberaubend. Die amerikansichen koennen im Gegensatz zu den kanadischen Faellen einpacken, denn auf kanadischer Seite ist es einfach wahnsinnig imposant, das Wasser nach unten rauschen zu sehen, zu hoeren und auch irgendwie etwas davon zu schmecken. Ja richtig, man steht da und es regnet durch das aufgewirbelte Wasser einfach mal aus heiterem Himmel. 
Als wir Bock auf ein Eis hatten, hat uns das kanadische Zahlungssystem wieder eines besseren belehrt ... auf der Karte Stand Ice Cream 0,70$oz ... eine Kugel Eis fuer 70ct, das sind ja fast deutsche Verhaeltnisse ... da haben wir uns ueber das oz keine weiteren Gedanken gemacht. Als ich dann jedoch zwei Kugeln bestellte und zahlen sollte, konnte ich das 2-Dollar-Stueck schnell wieder wegstecken, denn die Dame sagte `5 Dollar bitte` ... Jo, so viel dazu. Fuer diejenigen (wie mich), die es nicht wissen (ich weiss es nun), oz bedeutet soviel wie pro 28 Gramm. Wenn man nun aber pro Kugel Eis logischerweise etwas mehr Gramm bekommt und das dann auch noch fuer zwei Kugeln und dann auch noch die Waffel extra zahlen muss und dann auch noch die uebliche Tax (die Steuer, die in Kanada nie mit da steht,sondern immer erst beim Zahlen auftaucht) darauf kommt ... dann werden aus den erhofften 1,50$ eben mal 5 ... Sei es drum, das Eis war geil und ich habe wieder etwas dazugelernt ... Welcome to Canada ... 

David fuhr uns dann zu einem Ort namens Niagara-on-the-lake, der wunderschoen ist, aber auch sehr teuer. Ein Haus kostet hier zwischen 500.000 und 3 Millionen Dollar ... Wer hat, der kann. 

Zu guter Letzt ging es noch zur Weinprobe. Wir durften drei verschiedene probieren: ein normaler Tafelwein und zwei teuere Eisweine. Bei diesen wird nicht die Traube voll ausgepresst, sondern man wartet bis Frost kommt und presst aus der gefrorenen Frucht nur einen (!) dickfluessigen Tropfen heraus und daraus macht man dann den etwas dickeren Eiswein. Das macht ihn so teuer. Er ist sehr suess, schmeckt kaum noch wie Wein, aber ist eine Erfahrung sicherlich wert! 

Am gestrigen Abend haben wir uns dann mit ein paar Maedels Nudeln gemacht und danach ging es noch Billard spielen und ins Kino. Alles in allem ein toller gemeinsamer Abend!

Heute, Montag, der 8. September 2014

Frueh am Morgen ging es raus und ans Packen, denn 11 Uhr musste ich ausgecheckt haben. Jetzt mache ich noch zum vorerst letzten Mal Downtown Toronto unsicher und gegen 19 Uhr (bei euch 1 Uhr morgens) geht es dann zum Bus nach Washington D.C. ... darauf freue ich mich schon sehr, denn dort kommt morgen gegen 10 Uhr auch Lena an und dann starten wir unseren 3000-Kilometer-Roadtrip gen Norden! 

Toronto werde ich aber sehr vermissen und sicherlich werde ich bald nochmal hierher zurueckkehren. Die Stadt ist toll und man findet sich nach wenigen Tagen gut zurecht. Aber auch die Leute hier sind wahnsinnig entgegenkommend und freundlich. Sobald man etwas ratlos am Strassenrand steht kommt eine Frage, ob man helfen kann. Aber auch die neugewonnen Freundschaften werden mich bald wieder hierher zurueckfuehren, bevor ich dann weiter nach Westen reise. Die Zeit vergeht einfach zu schnell und es heisst erstmal `Weiter geht`s`. 

Vorerst Goodbye Toronto, aber sicherlich bis bald! 

Ich melde mich dann wieder aus den Vereinigten Staaten, bis dahin!