Home Sweet Home

Mittwoch, 09.03.2016

Mittlerweile war es Juni und ich kann nun eine wirkliche Zwischenbilanz meiner Reise ziehen ...

Unterwegs war ich zu dem Zeitpunkt seit zehn Monaten! Die Zeit verging so schnell, ich konnte es kaum nachvollziehen, insbesondere in Anbetracht der Tatsache, was ich alles erleben durfte. Gerade erst habe ich eindrucksvolle Wochen im westlichen Teil der USA hinter mir und mir würden laut Visum noch ungefähr zwei weitere Monate in Nordamerika bevorstehen.

Vancouver

Ich war also wieder in Vancouver, British Columbia. Hier startete ich Mitte Mai zu meiner US-Tour und es war nach diesem Monat ein angenehmes Gefühl, wieder in Kanada zu sein. Schon beim Überqueren der Grenze und dem Durchfahren der ganzen Vororte von Vancouver kam bei mir dieses Gefühl auf, wieder etwas mehr zu Hause zu sein. Die USA war schon toll, keine Frage, aber irgendwie auch etwas befremdlich in manchen Punkten. Die Atmosphäre in Kanada ist mir da schon lieber.

Fast drei Monate. Das ist nicht mehr viel Zeit, aber auch nicht zu wenig, um nichts mehr zu erleben. Im Westen des Kontinents stand mir von diesem Punkt aus eigentlich noch immer alles offen. Ich überlegte schon während der Fahrt durch die USA tiefgründig, wohin es für den wahrscheinlich letzten Teil meiner Reise gehen könnte ... Das meiste südlich von Vancouver kannte ich nun, auch mit dem Norden war ich weitestgehend vertraut. Nach Osten würde sich kaum noch lohnen, da ich einen Rückflug ab Vancouver schon grob eingeplant hatte. Und es gab diesen einen Ort, an den ich immer und immer wieder denken musste. Einfach, weil es bisher das eindrucksvollste und wahrscheinlich beste Erlebnis der ganzen Zeit war. Pelly River Ranch. Yukon im Winter, ein echter kanadischer Winter, mit Temperaturen, die einem alles gefrieren lassen. Das hatte Eindruck hinterlassen.

Mit Bill hatte ich schon damals im Februar auf Haida Gwaii darüber gelacht, wie cool es wäre, im Sommer nochmal zurück zu kehren. Vor allem, da Ken, der Sohn der Familie, im Juni seinen 16. Geburtstag feiern würde und wir ein prima Überraschungsgeschenk wären. Was zu der Zeit noch als lockerer Spruch über unsere Lippen kam, war plötzlich so spürbar nahe und möglich. Warum nicht, ich habe die Chance zu fahren wohin ich möchte, Zeit habe ich auch, Geld einigermaßen, was hält mich also. Insbesondere, da Vancouver als Großstadt zwar okay war, aber Stadt war nun mal Stadt und auf Dauer kann ich das einfach nicht aushalten. Vor allem in einem Land wie Kanada, wo die Natur doch umso toller ist.

Also verbrachte ich ein paar wenige Tage in Vancouver und plante und studierte Karten und suchte nach Anhaltspunkten für eine Reise gen Norden. Nebenbei besuchte ich auch alle bekannten Leute und genoss noch etwas die Zivilisation, denn bald würde es wahrscheinlich wieder anders aussehen. Mir war auch bewusst, dass ich nicht allein fahren möchte. Die Gründe dafür waren Unterhaltung während der Fahrt und finanzieller Ausgleich. Allein müsste man nur für Sprit schon eine ganze Stange Geld locker machen, das wollte ich dann doch nicht. Und immerhin fährt man eine 3000 Kilometer lange Strecke, etwas Gesellschaft kommt da ganz gelegen.

Und so kam es dann nochmals zu einem echten Glücksgriff, denn nach kurzem Überreden entschied sich eine Person von meinem vorhergehenden Trip, mich ein weiteres Mal zu begleiten. Das war eigentlich die ideale Lösung, denn so musste man sich für die paar Tage nicht wieder auf jemand Neues einstellen, man konnte einfach die schon bereitstehenden Sachen wieder ins Auto werfen und loslegen, nach den ganzen Wochen war man nun schon ein eingespieltes Team. Und ich kann schon vorwegnehmen, es war wirklich die beste Entscheidung, denn es machte die Reise eine ganze Strecke unkomplizierter und entspannter, meiner Meinung nach.

Und so wurden noch schnell die letzten Klamotten gewaschen und die Futterboxen wieder aufgefüllt, bevor wir zu zweit gut vorbereitet Vancouver verließen. Es war an einem frühen Morgen und ich durfte meine Begleitperson in Downtown Vancouver abholen. Der Himmel war klar und die ersten Sonnenstrahlen berührten die Wolkenkratzer in der Innenstadt. Ach ja, und es war Sonntag. Ihr könnt euch kaum vorstellen, wie geil es ist, wenn wirklich keiner auf den Straßen unterwegs und man fast die einzige Person zwischen den Hochhäusern Vancouvers ist. Keine Staus, wenige rote Ampeln, abbiegen wohin man möchte, keine Fußgänger rennen über die Straßen ... es war ein irre gutes Gefühl, an diesem Tag einen weiteren Roadtrip zu starten!


Noch kurz aufgetankt und dann ging es auf den Highway 99, den Sea to Sky Highway, und mein lieber Mann, was für ein Highway! Links von einem ist für einige Zeit noch das Meer und die Buchten. Rechts befinden sich steile Klippen und hohe Berge. Es geht bergauf und bergab ohne Ende und die Straße windet sich, was das Zeug hält. Dieser Highway verbindet Whistler seit den Olympischen Spielen 2010 mit Vancouver und spart einem schon etwas Zeit, wenn man in diese Richtung möchte. Whistler an sich erlebten wir im Schnelldurchlauf. Es ist in der Tat ein beschauliches Örtchen, sehr schön anzusehen. Da Touristen sich hier aber häufen können und dementsprechend auch die Preise sind, machten wir uns schnell wieder auf den Weg.

Es war schlicht weg ein perfekter Sommertag! Ein paar Stunden später erreichten wir dann auch schon die Anschlussstelle zum Highway 97, der weiter Richtung Norden führen würde. Highway 97? Klingelt da nicht etwas? Genau, diese Straße würde direkt durch Williams Lake führen und ich konnte einfach nicht wiederstehen, Martin und seiner Familie einen Besuch abzustatten. Immerhin habe ich mehr als einen Monat für ihn hier gearbeitet. Er hat sich wirklich riesig über diese Überraschung gefreut und uns auch gleich zum abendlichen BBQ auf der Terrasse mit Blick auf den Sonnenuntergang eingeladen. Dass wir auch die Nacht bei ihm im Haus verbringen, schien für ihn wie selbstverständlich. So geschehen, wachten wir am nächsten (wieder wunderschönen) Morgen gut gelaunt auf und durften uns über gemachtes Frühstück freuen. Wahnsinn ... Und schon am Abend zuvor kam mir eine weitere Idee. Angenommen, dass wir gut in der Zeit liegen würden (ich plante ungefähr eine Woche für die Reise bis ins Yukon), wollte ich auch noch gern Kim und Chuck besuchen. Es waren lediglich zwei weitere Stunden in eine andere Richtung und ich hatte sie auch schon lange nicht mehr gesehen. Des Weiteren kannte ich ihre Farm nur aus den letzten Wintertagen und wollte es zu gern im Sommer sehen. Also machten wir uns gegen 10 Uhr auf den Highway 20 und waren gerade rechtzeitig zum Mittagessen in Redstone. Und wow, diese Überraschung war gelungen. Die beiden freuten sich richtig sehr, auch Hund Taylor erinnerte sich an mich. Ihr Haus ist im Grünen sogar noch schöner und umgeben von Schafen, Katzen, Eichhörnchen und dem eisfreien Chilcotin River war die Ruhe himmlisch. Wir wollten nur für eine Nacht bleiben und als sie uns die mir bekannte Hütte anboten, lehnten wir ab. Ich weiß nicht genau, wie ich es beschreiben soll, aber wenn man so lange Zeit Nacht für Nacht im Zelt schläft ... man genießt es einfach, also ich zumindest. Man hört wirklich alles und spürt die Nacht ganz anders. Also bauten wir auch in dieser Nacht das Zelt auf, direkt neben dem Fluss, der beim Einschlafen später geräuschvoll mithalf.

Chuck lud uns noch ein für eine Tour auf dem Fluss mit dem Schlauchboot. Insgesamt drei Mal fuhren wir für eine Stunde den Fluss hinunter und wurden immer wieder von Kim mit dem Pickup zurückgebracht.

Genau so habe ich mir Rafting in Kanada vorgestellt, unbeschwerlich und hinein ins Vergnügen.

Chilcotin River

Es war zweifellos schön, diese beiden Familien wiedergesehen zu haben und ich war froh, die Entscheidungen getroffen zu haben. Sowohl beim ersten Mal, als ich zur Arbeit zu ihnen gekommen bin, als auch später, als ich als Freund und Besucher wieder willkommen war.

Die weitere Wegesstrecke führte uns wieder nach Williams Lake, bevor es ab hier wieder nördlich entlang des Caribou Highways 97 bis nach Prince George ging. Ab hier war ein Blick auf die Karte nötig, denn nun hatte ich die Wahl. Entweder würde ich den östlichen Weg über den bereits bekannten Alaska Highway nehmen. Diese Strecke bin ich bereits zwei Mal gefahren im Winter und durfte damals schon die weiße Pracht des Nordens bewundern. Es hätte mich auch im Sommer gereizt, umgeben von Bisons, Bären und Huftieren. Aber ich entschied mich für den westlichen Weg, den Stewart-Cassiar Highway. Er ist weniger befahren, etwas wilder und würde mir einige Stunden mehr schenken. Also ging es von Prince George aus zunächst eine ganze Weile nach Westen, entlang Highway 16. Auch dieser Highway war mir bekannt, als ich mit Bill im Februar nach Haida Gwaii gefahren bin und später wieder zurück. Nun durfte ich endlich anhalten, wann immer ich wollte. Und das tat ich auch.

In Kitwanga gab es dann den ersten richtigen Abzweig nach hunderten Kilometern. Highway 37, genannt The Stewart. Es gab einige Campingplätze, vereinzelt auch mal eine Tankstelle. Wir tankten lieber hier noch mal, nur zur Sicherheit. An diesem Tag haben wir schon eine ordentliche Distanz zurückgelegt, knapp 1000 Kilometer bis hierher. Es wurde langsam Abend, aber einen großen Vorteil hatten wir mittlerweile. Die Mitternachtssonne. Es war immer mehr spürbar, je weiter nördlich wir kamen, umso länger wurde der Tag. Die Sonne ging mittlerweile gegen halb 12 unter und gegen 4 war sie wieder da. Dementsprechend lange konnte man auch im Auto verweilen, ohne zu merken, wo der Tag hin ist. Ich fuhr noch etwas weiter den Stewart entlang und bei Meziadin Junction nahm die Müdigkeit langsam aber sicher Überhand. Schlaf war nötig und nachdem wir mittlerweile schon drei Bären am Straßenrand gesehen haben, entschlossen wir uns für den Campingplatz. Die Natur im Norden ist auch im Sommer atemberaubend. Aber die Moskitos ... so etwas habe ich wirklich noch nie erlebt. Da hilft kaum ein Spray, nur lange Kleidung, die alles verdeckt und ein Mückennetz als Kopfbedeckung. Ich kam mir vor wie im Dschungel, aber nur so wurde man kaum gestochen. Einen Schluck Bier aus der Dose zu trinken oder sich da die Gabel ins Esszimmer zu schieben war allerdings eine Herausforderung ...

Am folgenden Tag fuhren wir noch einige Stunden, bis es dann so weit war - das Yukon Territorium hatte mich wieder! Was ein tolles Gefühl! Mein Auto hatte es geschafft, ich hatte es geschafft ... bald würden wir auf den Alaska Highway treffen und dann wäre Whitehorse nicht mehr weit. Im Radio sang Motley Crue gerade Home Sweet Home, und so fühlte es sich in dem Moment auch an.

Es war gegen 15 Uhr nachmittags, als wir das Schild "Whitehorse" passierten und sofort fühlte ich mich wie in den November des letzten Jahres zurückversetzt. Mir kamen so viele Dinge bekannt vor, nur dass sie jetzt nicht gefroren und weiß, sondern farbig und lebendig waren. Mir war auch schon lange klar, dass ich unbedingt die Bradleys an diesem Tag sehen wollte. Das hatte irgendwie Vorrang. Das Problem war nur, dass ich lediglich eine grobe Erinnerung hatte, wo Sue und Dorothy wohnten ... irgendwo im Stadtteil Porter Creek, 10th Avenvue war auch an einer Ecke. So weit so gut ... ich konnte es mir dennoch nicht nehmen lassen, zunächst eine Runde durch Whitehorse City zu drehen und die vielen altbekannten Ecken und Orte zu sehen. Die Stadt hatte noch das gleiche Flair, welches ich schon damals spüren durfte.  Sei es der überlaufene Tim Hortons, der riesige Canadian Superstore, das Chilkoot Inn, die Yukon Brewery oder der Yukon River ...

Whitehorse

Hier ist übrigens die Erklärung, warum Whitehorse so heißt, wie es heißt. Das weiße Pferd entstand durch dieses Naturspektakel:

Zu der Zeit, als Whitehorse gegründet wurde, war dieser Damm noch nicht gebaut. Aber dieses Phänomen gab es damals schon. Das fließende Wasser wurde an Felsen derart in die Höhe gebracht, dass es wie die weiße Mähne eines Pferdes aussieht. Daher der Name. Nach dem Bau des Dammes am Schwatka Lake wurde dieses Phänomen dann noch für touristische Zwecke verstärkt in seiner heutigen Form dargestellt.

Nun kam bei mir die Frage auf, ob Sue denn überhaupt in der Stadt ist. Immerhin habe ich mit ihr vorher nichts abgesprochen und bin einfach auf gut Glück die 3000 Kilometer nach Norden gefahren. Nun gut, erst einmal Sue finden.
Und so fuhren wir eine ganze Weile die größeren Straßen aus der Innenstadt hinaus, in der Hoffnung, dass mir irgendwann die zündende Idee vor Augen kommen würde, wohin es geht, Aber nirgends ein vertrautes Schild "Porter Creek". Bald darauf war ich schon etwas genervt, dass ich so vieles wieder erkenne, aber das Haus meiner liebsten Gastfamilie nicht wieder finden kann. Also fragte ich letztendlich in einer Tankstelle nach und mir wurde der Weg beschrieben, den ich auch vorher schon oft abgefahren habe, bisher jedoch ohne diese eine Abbiegung zu nehmen. Nun aber. Und siehe da, es reihten sich die Streets auf, die mit Baumnamen versehen waren. Da waren Pine Street, und Spruce Street, und plötzlich 10th Avenue. Yes, fast geschafft. Ein paar Runden um den Block später erkannte ich endlich das langgesuchte Haus der Bradleys! Geil, am Ziel. Aber kein Auto stand da ... vielleicht musste sie ja noch arbeiten. Wir warteten etwas mehr als eine Stunde, als endlich ein Pickup in die Straße einbog und in der Einfahrt anhielt. Ich saß im Auto und beobachtete alles im Rückspiegel. Sue hatte das Fenster offen und starrte nur auf meinen Van, in ihrem Blick erkannte ich schon das fragende "Was zum Teufel macht denn dieser Van aus British Columbia vor meiner Einfahrt". Und dann ging alles ganz fix. Ich stieg aus und lief um mein Auto herum und sie erblickte mich und riss die Augen weit auf und stolperte halb aus dem Truck, bevor sie mir halb lachend, halb weinend um den Hals fiel. Na da war aber eine Überraschung gelungen. Und es kam noch besser, denn auf ihrem Beifahrersitz saß ... Dale! Wow, jetzt war ich baff, denn ihn hatte ich (wie immer) zu Hause auf der Farm vermutet, da, wo der Chef eben zu sein hat. Und jetzt steht er nicht weniger baff als Sue und ich vor mir. Das war schon ein ganz besonderer Moment, das steht fest. Es wurden viele Fragen gestellt und einige wenige nur beantwortet. Ich hatte keine Ahnung, was die beiden an diesem Tag vor hatten oder wobei ich sie gestört hatte. Und ich vermute, dass sie es selbst auch nicht mehr wussten oder einfach alles andere egal war. Sofort wurde das Bier kalt gestellt und der Abend verging wie im Fluge vor lauter Geschichten und Erinnerungen und neuen Stories und Lachen und Bier und einfach einem pefekten Wiedersehen.

Ken, ihr Sohn, war momentan arbeiten auf der Farm Road, wo die Brücken instand gesetzt wurden. Er würde in wenigen Tagen Geburtstag feiern. Das war damals Bills und mein Plan, wir würden für Kens Geburtstag wieder da sein. Ich war da, nur Bill - der britische Sack - konnte es am Ende nicht ermöglichen, schade. Jedenfalls würde Ken noch ein paar Tage warten müssen, bevor auch er nach Whitehorse kommt und sein deutsches Geburtstagsgeschenk sehen wird.

Dale war zu dem Zeitpunkt in der Stadt, weil Dorothys (Dale's Mutter) Garage kaputt war und ein neuer Zementboden gegossen werden musste. Es würde noch einige Tage in Anspruch nehmen, bevor auch er wieder auf die Farm zurück fährt. Das kam mir sehr gelegen, denn wir sponnen unsere Pläne schon weiter und mir war klar, dass wenn ich schon einmal mit fahrbarem Untersatz hier oben war, dann würde ich auf jeden Fall einen Abstecher nach Alaska wagen! Dale war früher einmal Truck-Fahrer und gab uns hautnahe Insidertipps für den östlichen Teil Alaskas.

Am folgenden Tag erkundeten wir aber vorerst das sommerliche Whitehorse. Es ging zu den berühmten Attraktionen, wie Myles Canyon, dem Yukon River oder auch Schwatka Lake, wo ich bisher immer meine Lieblingsfotos geschossen habe.

Am Ende des Tages gab uns Dale noch die Beschreibung für einen Aussichtspunkt, von dem aus man Whitehorse mal aus einem anderen Winkel sehen würde. Das klang spannend, ich fragte nur noch, ob der Weg da hin auch geeignet wäre für meinen Van. Ich bekam es lässiges "Jaja" zu hören. Nu da. Meine Vorahnungen bestätigten sich, denn mit jedem Meter wurde die Straße an diesem Abend holpriger und mein von Natur aus schon nicht sehr hoch gebauter Pontiac setzte des Öfteren hart auf. Oh je, ob das mal gut geht. Zu holprigem Geröll kam dann auch noch extreme Steigung, der Motor kam an seine Grenzen, ich auch. Zumal wir diesen Weg auch wieder zurück mussten ... immer wieder kam uns ein voll ausgerüsteter Pickup entgegen und man schaute uns und unseren Van etwas verwundert an. Wir fragten die Entgegenkommenden immer mal wieder, wie der Weg sich entwickeln würde. Die Antworten gefielen uns gar nicht. Irgendwann war dann Schluss, die Steigung war zu extrem und ich wollte meinem Auto nicht noch mehr zumuten, denn ich hatte immerhin noch größere Pläne mit ihm. Also hielten wir an und stiegen aus und liefen das letzte Stück, der Motor konnte in der Zwischenzeit etwas abkühlen. Der Blick war okay, vielleicht aber auch nur, weil man den Regen in der Entfernung aus den Wolken fallen sehen konnte.

Ansonsten begünstigten die Wolken die Sicht aber nicht gerade und ich war in Gedanken eh schon die ganze Zeit beim Rückweg. Auf engster Stelle drehte ich den Wagen um und endlich ging es wieder nach Hause, wohlbehalten kamen wir zum Glück auch an. Ich war am Ende an diesem Tag, völlig ausgepowert. Nicht vom Laufen, eher vom Schwitzen und Luftanhalten beim Fahren ... Sorry, Auto.

Alaska wartete auf uns, wenn auch nur wenige Tage, aber wir freuten uns sehr darauf. Es wurden grob die Städte festgelegt, an denen wir uns orientieren wollten und dann war auch der Morgen gekommen, an dem es hieß: Zum dritten Mal in die USA fahren!

Was ich in Alaska erleben durfte und wie es im Anschluss weiter ging ... im nächsten Teil! smile