Roadtrip Part I

Samstag, 13.09.2014

Hello again,

nun bin ich also endlich in den USA und es ist unglaublich, was in den ersten Tagen schon auf mich einwirkte. Sobald ich Toronto verließ, konnte und durfte ich mich voll auf meinen Roadtrip mit Lena ab Washington D.C. freuen. Ich habe etwas überlegt, wie ich euch diese Reise nahebringen kann und ich werde von Zeit zu Zeit etwas dazu schreiben.
Aufteilen werde ich es je nach Stadt, also wird der Blogeintrag jetzt nach Boston kommen, nachdem ich Washington, Philadelphia, Atlantic City und Boston genossen habe. Zur Fortsetzung der Story findet ihr dann weiter unten etwas.

Washington, District of Columbia

Vielleicht vorher noch etwas, wie ich denn bis da hin gekommen bin ...
Am 8. September machte ich mich abends auf den Weg zum Coach Terminal Toronto. Ehrlich gesagt fiel mir der Abschied vorher im Canadiana von den neugewonnenen Freunden und Freundinnen etwas schwer und ich hoffe, dass ich sie bald wieder sehe! Natürlich hoffe ich auch Toronto bald wieder zu sehen.
Nichtsdestotrotz ... ich habe einen Plan und den befolge ich. Also war ich gegen 19 Uhr am richtigen Gate und kurz darauf saß ich im Bus und hatte einen klasse Platz für die folgenden 14 Stunden. Ehrlich gesagt verging dieser halbe Tag im Bus recht fix. Kurz nach 22 Uhr befand ich mich an der US-Grenze und wurde geweckt ... Nun befand ich mich auf dem Weg mit meinem kompletten Gepäck zu einem US-Grenzbeamten, um meinen Stempel (hoffentlich) zu bekommen. Ich habe ja schon einiges gehört, aber meine Erfahrung war durchweg positiv. Officer Lorenz war äußerst interessiert an meiner Geschichte und ich wählte meine Worte sorgfältig, um weitere Verhöre zu vermeiden Er fragte wie lange ich in Kanada war, wo ich ursprünglich herkomme, ob ich in Kanada arbeite, wie lange ich in den USA bleiben will und wo zuerst, was ich da mache und ab diesem Punkt war das Gespräch eigentlich schon zu einem guten Ende gekommen. Er wünschte mir alles Gute bei meinem Trip und ich soll die Zeit genießen, denn es höre sich sehr abenteuerreich an. Das lief ja besser, als ich erwartet habe! Der Stempel wurde gemacht und schon war ich in Buffalo im Bundesstaat New York. Wer auch immer nach Buffalo/NY möchte ... vergesst es. Um diese Zeit war NICHTS los und die Straßen waren leer ... Nach der Zeit in Toronto kam ich mir da etwas verloren vor ... Also versuchte ich wieder zu schlafen im Bus, was gut funktionierte, auch wenn ein Kind dauerhaft schrie und seine Eltern den Kampf schon in Runde #2 aufgaben und vor mir ein Paar aus Chinatown saß, welches ich selbst durch meine Kopfhörer mit lauter Musik noch reden hörte ... Bisschen belastend, aber durch Schalmeien und Co. bin ich an Schlafversuche im Bus gewöhnt

Gegen 10 Uhr morgens kam ich dann in der Union Station Washington DC an und Lena erwartete mich schon. Obwohl wir uns in diesem Moment zum ersten Mal persönlich sahen, passte es sofort - wie schon in den vielen Skypegesprächen zuvor. Gemeinsam liefen wir durch Washington auf der Suche nach unserem Hostel und schon da stellte ich fest, dass die Amerikaner äußerst freundlich und hilfsbereit sein können und wir schnell voran kamen. Um es kurz zu machen: Das Hostel war auch top, bisschen klein und eng, aber für eine Nacht ausreichend. Nach dem Check-In haben wir ein paar Sachen umgepackt und sind mit einem Stadtplan bewaffnet in die Stadt zum Sightseeing - natürlich alles zu Fuß. Wie die meisten auf Facebook so mitbekommen, haben wir dabei allerlei Wichtiges gesehen: Capitol, White House, Memorials und Monument ... all das, was man aus Film, Bild und Fernsehen kennt, aber eben in Realität. Das ist schon ein besonderes Gefühl, kann ich euch sagen ... Vieles realisiere ich dann bestimmt erst nach einiger Zeit, wenn ich darüber nachdenke, wo ich eigentlich stand.
Wir verbrachten den gesamten Nachmittag damit, durch die Stadt zu laufen. Das White House war letztenendes nicht so, wie wir erwarteten (größentechnisch kleiner als wir dachten). Die Memorials waren super, vor allem das von Lincoln und Martin Luther King. Ganz cool waren auch die riesigen Schlittem vom Secret Service vor dem Capitol und White House, die ihre Runden drehten. Wir liefen dann noch ins Hard Rock Cafe und der Laden war echt toll! Nun mussten wir noch bisschen was einkaufen und ein Supermarkt in Hostelnähe lieferte alles Notwendige für wenig Geld.

Am Abend trafen wir im Hostel - wie sollte es anders sein - Deutsche  ... zwei Polizisten und einen angehenden Lehrer. Da es ein unabhängiges Hostel war, durften wir auch ein Bierchen trinken. Um es abzurunden: Die drei Jungs aus Hannover haben die Happy Hour (=Freibier von 21-22 Uhr) sehr genossen und uns bewiesen, was mit Polizei und Lehrern in diesem Staat falsch läuft ... und diese Leute kontrollieren dann mein Auto und erziehen meine Kinder Aber Spaß beiseite, die Jungs waren cool drauf und wir genossen die Zeit bis 0 Uhr. Dann war (trotz mehrmaliger Versuche die Uhr nochmals von 21.35 auf kurz vor 21 Uhr zu stellen ... hat übrigens zwei Mal funktionierte ... ) die Happy Hour zu Ende und die Müdigkeit dominierte ... Ab ins Bett und für den kommenden Tag vorbereiten.

Philadelphia, Pennsylvania

Am Morgen des 10. September ging es 6.30 Uhr aus den Federn und nach etwas Frühstück (wo uns der Lehrer Gesellschaft leistete) Richtung Union Station, von wo wir nach Philadelphia reisten. Dabei fuhren wir erneut durch den Staat Maryland und nun auch durch Delaware (schöne Gegend übrigens). Nach kurzem Halt in Newark setzten wir die Reise nach Philly fort und kamen gegen Mittag an.
Nicht funktionierendes WiFi im Bus und an der Union Station von Philadelphia erschwerten den genauen Weg zum Hostel zu finden. Aber siehe da, die Amis sind zuvorkommend und haben uns gut beraten. Im Anschluss sind wir mit der Metro gefahren (krasse Sache, sehr rasant) und waren ratzfatz im Philadelphia House. Dort wurden wir sehr herzlich von allen empfangen und auch wieder gut zur Stadt beraten. Also machten wir uns dann (erneut zu Fuß) auf den Weg durch Philadelphia. Wir haben Historisches, Modernes, Kulturelles und Kulinarisches getestet und ich persönlich bin von dem Charme der Stadt mehr als beeindruckt. Natürlich durfte auf dem Trip auch ein legendäres Philly Cheese Steak (dünn geschnittenes Fleisch in einem Brötchen mit viel Käse und etwas Gemüse) nicht fehlen ... es war hammermäßig gut!
Bald wurde es dann Abend und nach einem Spaziergang am Hafen entschieden wir uns trotz aufkommender Dunkelheit - vielleicht auch gerade deswegen - auf die Benjamin-Franklin-Brücke zu laufen und die Stadt bei Nacht zu genießen. Dieser Fußmarsch hat sich gelohnt. Hafen, Skyline, Brücke ... alles in allem richtig genial und sehenswert! Insgesamt haben wir wohl an beiden Tagen jeweils 5-6 Stunden zu Fuß zurückgelegt. Am Abend saßen wir dann noch etwas im Hostel, planten den kommenden Tag und ruhten uns aus. Als Zwischenfazit kann ich sagen, dass Washington meine Erwartungen weitesgehend erfüllt hat, Philadelphia hingegen eine positive Überraschung war. Wer immer den Plan verspürt, diese Stadt kennenzulernen ... sie wird euch herzlich willkommen heißen!

Atlantic City, New Jersey

Am folgenden Tag ging es wieder relativ zeitig aus dem Bett und nach einem backpackertypischen Frühstück (Knäckebrot mit Banane, dazu einen kompletten Apfel -teuer genug, da kann man getrost auch mal alles mitessen-, einen Kaffee und zwei Karotten). Danach machten wir uns wieder mit unserem Gepäck auf in Richtung Philadelphia Union Station und kurz darauf ging es in den Bus und wir mussten Bye Bye sagen zu Philly.
Gerade einmal 15 Minuten später waren wir auch schon im Bundesstaat New Jersey und insgesamt 1,5 Stunden später fuhren wir an der Atlantikküste entlang durch Atlantic City. Der erste Anblick war wie der einer kleinen Ausgabe Las Vegas: extrem hohe Casinos, viele Hotels, Lichter überall, viel Sand und Hitze ... Nachdem wir uns am Busterminal durchgefragt haben, ging es auch schon ins Hotel und dort bot sich uns nach den vorhergehenden Hostels natürlich erstmal ein ganz anderes Bild: riesen Zimmer, bequeme Betten, eigenes Bad und Frühstück sollte bereitstehen. So kann es sich aushalten lassen ...
Das gute (nur leicht windige) Wetter sollte zugleich genutzt werden und bald darauf lagen wir am Strand, umringt von Atlantik, Sand und einer Menge Casinos. Natürlich ging es dann auch mal baden, was aufgrund des Wellenganges ein kurzes Unterfangen war. Kurz, aber angenehm!
Nach einigen Stunden Entspannung am Strand (die Sonne meinte es teilweise nicht gut mit meinem Körper) ging es zurück ins Hotel. Wir machten uns fertig für einen netten Abend an Strandpromenade und in den Hotelcasinos. Da kamen wir dann auch immer gut rein und gingen über Caesars, Ballys und Taj Mahal bis hin zum Trump Plaza. Alles in allem ein sehr feiner Abend
Irgendwann nach Mitternacht war dann aber die Müdigkeit zu groß und nach langem und aufregendem Tag ging es (nach einer Dose Ami-Bier) schlafen. Das war in einem King-Size-Bed seeehr schön und leider zu schnell vorbei ... Am zweiten Tag Atlantic City stand bis Mitternacht nicht viel auf der Planung, außer Zeit totschlagen, entspannen und etwas leckeres zu Futtern finden.
Nach einem Shoppinggang in den unzähligen Läden liefen wir den Boardwalk am Strand, welcher nach Hurrikan Sandy neu wiederaufgebaut wurde, einige Male auf und ab. Besonderes Highlight war dabei das Hard Rock Cafe, das auch schon in Washington und Philadelphia für Stauen sorgte. Hoffentlich geht es so auch in Boston und New York weiter.
Anschließend stand das Kulinarische wieder im Mittelpunkt ... ein Steakhouse war das Ziel ... das Glück sei mit den Suchenden und so fanden wir uns nach einiger Zeit in einem Steahouse wieder und haben das gute Sweet Onion Sirloin bestellt. Kurz gefasst: es war der Wahnsinn! Typisch amerikanisch und mehr als lecker ...
Zum Ende des Tages hin waren immer noch 5 Stunden bis Busabfahrt auf der Uhr und in dieser Zeit waren wir unter anderem in einem Sugar-Shop, wo wir ein halbes Kilogramm Gummibärchen uns selbst zusammenstellen durften, danach ging es etwas Seafood Fries (sowas wie Pommes, aber besser) futtern und wir vertrieben uns Zeit am Strand und im Apple Shop. Dabei sei gesagt: wer so ein Teil gut findet und unbedingt kaufen möchte, der ist hier anscheinend im Paradies, denn die Verkaufspreise für alle möglichen i-Produkte liegen weit unter dem deutschen Durchschnitt.
Irgendwann war es dann soweit und der Bus fuhr los ... leider so voll, dass kein (gewohnter) Einzelplatz mehr vorhanden war und ich die Strecke bis New York (zum Umsteigen) neben einem fremden und leider etwas kräftig gebauten Amerikaner Platz nehmen durfte ... 2 Stunden Fahrt können verdammt lange sein ... Aber das machte der Anblick von New York City wieder gut. Leider nur aus dem Bus und vom Terminal aus, aber bald geht es auch für einige Zeit da hin und der Anblick in dieser Nacht machte Lust auf mehr!
Als es dann um 4 Uhr morgens weiter gehen sollte nach Boston, war der Bus noch voller als zuvor ... einige mussten sogar dableiben und den nächsten nehmen. Zielzeit Boston war gegen 8.30 Uhr morgens, zum Glück (!!!) waren wir aber schon 40 Minuten eher da (warum auch immer) und konnten den bis dato unbequemsten Bus frühzeitig verlassen ... Die Sitze haben gewackelt, der Sitzabstand war mehr eine Kontaktbörse und verstellen konnte man die Lehne auch mehr schlecht als recht ... Schlaf war in dieser Nacht Mangelware ... aber hey, letztendlich bin ich nun in Boston angekommen und die Stadt macht zugleich einen tollen Eindruck für ein vorerst letztes historisches Sightseeing in solch einer Metropole.

Boston, Massachusetts

Leider hat sich dieses Gefühl von Schlaflosigkeit durch den ganzen Tag in Boston gezogen ... Nach einigen Schwierigkeiten beim Einchecken ins HI-Boston, die einem in dieser Stimmung leicht den Rest geben konnten, begannen wir dann aber unsere Tour durch die Hauptstadt von Massachusetts gegen 10 Uhr. Wir liefen einen historischen Pfad entlang und konnten dabei allerhand Interessantes betrachten. Auch kulinarisch waren wir durch Quincey Market bestens versorgt (es gab ein sehr großes und leckeres Chicken Club Sandwich mit viel Bacon). Aber der Tag machte einem zu schaffen und gegen Nachmittag gingen wir zurück ins Hostel. Abends führte mich Lust und Laune nochmals ins Hard Rock Cafe, das wirklich von Ort zu Ort verschieden, aber hochinteressant ist. Anschließend gab es noch eine Fragestunde seitens Lena und mir bei der South Station bezüglich des morgigen Tages.
Und die letzte Station hieß dann: Bett. Denn das war und ist nun bitternötig, um morgen dann fit zu sein.

In nicht mal einer Woche habe ich vier Städte der USA bereisen und sieben US-Bundesstaaten durchreisen dürfen und dabei allerhand an Erfahrungen, Entdeckungen und Erinnerungen mitgenommen. Trotz der kurzen Zeit kam nichts zu kurz -außer vielleicht der Schlaf- und mir gefällt es als Backpacker in Nordamerika richtig wirklich (Lenas Korrektur ) sehr! 

Ab morgen geht es dann etwas weiter nördlich nach Cape Ann, wo wir Wale beobachten möchten.

Nun habt ihr also schon ganz schön viel lesen können vom ersten Teil meines Roadtrips. Aller Voraussicht nach werden noch zwei Teile folgen: Zunächst von der Reise entlang von Cape Cod, bis nach Vermont. Der dritte Teil dreht sich dann um die Zeit in New York, wo es mit Sicherheit noch etwas mehr zu berichten geben wird!

Bleibt gespannt und wachsam, ungefähr so wie ich momentan

 

Roadtrip Part II